Exakt 304.019 österreichische Pensionen wurden im Vorjahr (Stichtag 31. Dezember) ins Ausland überwiesen. Das geht aus einer parlamentarischen Beantwortung des Sozialministeriums auf eine Anfrage der FPÖ hervor. Das entspricht in etwa jeder zehnten Pensionsleistung. 60.000 davon gehen an Personen mit österreichischer Staatsbürgerschaft, die im Ausland wohnen.
Die Zahl dieser Auslandspensionen hat gegenüber 2024, dem allgemeinen Trend folgend, leicht zugenommen. Der Anstieg um 1,6 Prozent ist aber fast doppelt zu hoch wie bei den Pensionsleistungen in Österreich. Mehr als die Hälfte der Auslandspensionen geht an Bürger anderer EU-Staaten. Als Zielort dominierend ist dabei, wenig verwunderlich, Deutschland mit rund 58.000 Pensionsleistungen vor der Slowakei (20.000), Ungarn (14.400) und Kroatien (13.800). Auch die mit Abstand meisten österreichischen Pensionsbezieher mit ausländischem Wohnsitz leben in Deutschland.
Insgesamt geht jede dritte Auslandspension zum nördlichen Nachbarn. Eine Besonderheit der (frühen) EU-Zuwanderung: Von den etwas mehr als 30.000 Selbstständigen-Pensionen werden fast 28.000 an nicht-österreichische Unionsbürger ausgezahlt. Bei Österreichern (3.800) und Drittstaatsangehörigen im Ausland (955) spielen Pensionen der SVS kaum eine Rolle. (Möglich ist auch der Bezug einer ASVG- und einer SVS-Pension.)
Sehr niedrige Pensionsleistungen
Auffallend bei den österreichischen Beziehern: Nur wenige Pensionsleistungen werden in Länder überwiesen, aus denen viele Gastarbeiter stammen. Im Vorjahr wurden nur 1.552 Pensionen an Österreicher in der Türkei, 765 in Serbien und 365 in Bosnien gezahlt. Zur Einordnung: 1.176 Pensionen gingen an österreichische Staatsbürger in Australien. Bei Personen aus Drittstaaten sieht es anders aus. 22.700 Pensionsleistungen wurden nach Serbien, 17.300 in die Türkei und 15.600 nach Bosnien überwiesen. Das deutet darauf hin, dass Gastarbeiter, die nach Jahren des Aufenthalts in Österreich die Staatsbürgerschaft erhalten, nur selten wieder in die Heimat zurückkehren.
Die durchschnittliche Höhe von Auslandspensionen ist gering. Bei österreichischen Pensionisten im Ausland betrug sie 554,46 Euro, bei EU-Bürgern 308,43 Euro, bei Drittstaatsangehörigen 414,37 Euro. Es sind also kleine Einkommen, die in der Regel aus kurzen Versicherungszeiten in Österreich herrühren. Anzunehmen ist deshalb, dass in sehr vielen Fällen zusätzlich auch ausländische Renten bezogen werden. Darauf deutet auch die Lohnsteuerstatistik hin, für die Zahlen bis 2024 vorliegen.
Sehr viele Minipensionen wegen kurzer Beschäftigung
Demnach haben nur 8.648 Pensionisten mit Wohnsitz im Ausland eine Bruttopension bezogen, die zumindest 25.000 Euro betrug. Pro Monat sind das 1785 Euro, was in etwa der Durchschnittspension entspricht. Auf der anderen Seite der Einkommensstatistik haben fast 200.000 Personen mit Wohnsitz Ausland eine heimische Pension bis 4.000 Euro brutto im Jahr erhalten. Von den 2,3 Millionen Pensionsbeziehern in Österreich beziehen jedoch nur 50.000 Personen eine derartige Minipension. Das ist auch politisch von Relevanz.
Denn obwohl die jährliche Pensionsanpassung seit 2005 gesetzlich an die Inflationsrate gekoppelt ist, wichen die Regierungen immer wieder von dieser Systematik ab und erhöhten kleine Pensionen entweder über der Teuerungsrate oder deckelten die volle Inflationsabgeltung ab einer gewissen Pensionshöhe, wie etwa heuer. Das führte über die Zeit zu unterschiedlichen Wertentwicklungen, wie die Kleine Zeitung kürzlich anhand von mehreren fiktiven Pensionsverläufen berechnete. Nur bei niedrigen Pensionen wurde die Kaufkraft erhalten – oder sogar gestärkt.
Für 2027 kündigte die Regierung alle Pensionen bis zur Höchstbemessungsgrundlage mit demselben Faktor (2,95 Prozent) anpassen zu wollen. Nur der Ausgleichszulagenrichtsatz wird mit 3,3 Prozent erhöht. Gerade die Entwicklung bei den Auslandspensionen an EU-Bürger zeigt, dass es künftig noch sehr viel mehr „kleine Pensionisten“ geben wird – zumindest solche laut Statistik. Binnen zwei Jahren stieg bei in dieser Gruppe die Zahl der Bezieher um zehn Prozent, was angesichts der starken EU-Zuwanderung nach 2008 auch naheliegend ist. Für eine Vielzahl der 600.000 EU-Zuwanderer seither dürfte der erste Pensionsbezug jedoch noch in ferner Zukunft liegen.