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Corona-Ausbruch in SpanienEuropas Obstgarten unter Quarantäne

Corona-Ausbruch unter Erntehelfern in einem der wichtigsten Obstanbaugebiete Spaniens. Arbeiter klagen über miserable Bedingungen.

Corona hat die Saisonarbeiter erfasst, die derzeit in Spanien Obst ernten © AP
 

Straßensperren an allen Zufahrtswegen. Polizeikontrollen innerhalb des Quarantänegebietes. Ein Feldlazarett vor dem Krankenhaus in der Provinzhauptstadt Lleida. Nach einem massiven Coronavirus-Ausbruch in einem bedeutenden Obstanbaugebiet im Nordosten Spaniens wurden die katalanische Stadt Lleida und 37 umliegende Ortschaften unter Quarantäne gestellt.

Kommentare (7)

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Morioka
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Bezeichnend ist auch ...

Dass es erst eins Virus bedurfte damit, was seit Jahren (gar Jahrzehnten) angesprochen und kritisiert wird, nun endlich in das Bewusstsein der Bevölkerung vordringt und auch ankommt.

Solche Themen werden meist auf arte und ähnlichen Sendern behandelt. Wer schaut schon arte? Und in den Nachrichten bestenfalls auch nur dann, wenn es halt für ein unwichtiges Nebenthema wie dieses ein wenig Zeit gab.

Es heisst da nun dran bleiben, vermehrt darüber berichten, und die Zustände da näher beleuchten, um die Sache nicht wieder einschlafen zu lassen. (Da wäre die Qualitäts-Presse gefragt statt wie Bienen von Thema zu Thema zu hüpfen auch mal hartnäckig dran zu bleiben; Klappt ja wunderbar bei Corona, oder? Ist dieses Thema weniger wichtig?)

Morioka
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Wem nun das Gewissen schlägt ...

möge sich überlegen auf heimisches Obst nach Saison zu setzen, es gar selbst anzubauen, es für Herbst und Winter einzulagern oder einkochen.

Damit fährt man im Zweifel günstiger und besser. Dann hören sich eventuell die miesen Bediengungen denen die Erntehelfer ausgesetzt sind auf. Sie werden dann ja nicht mehr benötigt. Sehe man sich die *chabolas an, in denen sie hausen müssen, um von der Richtigkeit des Nicht-Konsum überzeugt zu sein.

Billige Ware zu jedem Preis trägt doch zu den Umständen bei, auf die man nun besonderes Augenmerk legt - Zerstörung der Umwelt, Vermüllung durch Plastik, durch Anbau hohe Umweltbelastung und Transport quer durch Europa der für Verschmutzung sorgt. (Spanien ist halt auch nicht näher, weil es zur EU gehört, um auf einen gewissen Sketch Gunkl's anzuspielen ;-))

*chabolas (Mz.) Chabolismo == Slum/Elendsviertel]

scaramango
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Überall dort,

wo "modernes Sklaventum" herrscht, hat das Virus freie Bahn - einfach nur schlimm!

berndhoedl
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vielleicht hat das was Gutes auch mit sich

so sehen wenigstens die Menschen, welche hier für alles Mögliche demonstrieren, wie absurd es ist, nach einer Menschenrechts Demo zum Billa einkaufen gehen und dort Fleisch im Sonderangebot oder billiges spanisches Obst oder/und Gemüse besorgen.

PS: soll nicht heißen dass jedes Sonderangebots Fleisch, Obst oder Gemüse aus solchen Betrieben stammen, jedoch ist es sehr wahrscheinlich, dass billige Produkte halt tendenziell eher nicht gerade unter Menschenwürdigen Bedingungen „hergestellt oder geerntet“ wurden.

Idealerweise denken jetzt viele Menschen um und meiden Billigstprodukte.

gb355
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na ja..

...wenn das Finanzielle passt!???

Mein Graz
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@gb355

Für wen passt das Finanzielle? Wohl nur für den Vertreiber und den Endverbraucher.

Denn:
- der Bauer erhält Peanuts
- der Arbeiter bekommt einen Niedrigstlohn und lebt in Behausungen, die den Namen Wohnung nicht verdienen
- der LKW-Fahrer ist fast gezwungen, Vorschriften nicht einzuhalten
- der Regalschlichter, die Verkäuferin werden nach Kollektivverträgen bezahlt, die im Niedriglohnsegment angesiedelt sind

Ganz zu schweigen von Tierleid in der Fleischproduktion und inflationärem Einsatz von Pestiziden, Spritzmitteln usw. in der Obst- und Gemüseproduktion.

Nixalsverdruss
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Leider nicht nur "Billigproduzenten"

Leider gibt es auch sehr viele renommierte Betriebe, die ihre Arbeiter unter "zweifelhaften Umständen" wohnen lassen.
Es wäre höchste Zeit, dass es auch hier ein Ampelsystem eingeführt würde, dass Betriebe sich an "Wohn- und Sozialstandards" halten müssen und endlich einen gerechten Lohn für ihre Arbeit erhalten.
10 Cent mehr pro Liter Milch oder 10 Cent mehr für das Kilogramm Obst für die Produzenten könnten und würden die Situation für die Bauern und die beschäftigen Arbeiter massiv verändern. Sonderbarerweise sind gerade diese "10 Cent mehr" das, was den Bauern als Nettoertrag bleiben kann.
Also kurz: Faire Preise - faire Bedingungen - faire Arbeitsverhältnisse - und dazu noch die erforderliche Kontrolle!
Das könnte ein Lösungsansatz sein, dass wir nicht nur (billiges) Obst und Fleisch importieren müssen...