So hat es das noch nie gegeben. Es ist Mitte Juli, der Sommer hat seinen Höhepunkt noch vor sich, doch schon jetzt hat ein guter Teil von Österreichs Berggletschern seine schützende Schneeschicht verloren. „So kennen wir das normalerweise aus dem Herbst, wenn die heiße Zeit vorüber ist“, sagt Andreas Kellerer-Pirklbauer. Der Gletscherforscher vom Geografie-Institut der Uni Graz, der gemeinsam mit seinem Kollegen Gerhard Karl Lieb die jährlichen Gletschervermessungen des Alpenvereins leitet, blickt heuer mit besonderer Sorge in Richtung der weißen Gipfel. „Geht das Jahr so weiter, könnte es uns am Ende den größten je registrierten Gletschereisverlust bescheren.“