„Eine Kaltfront, die über den Alpenhauptkamm nach Osttirol und Kärnten ziehen wird, wird in 48 Stunden 50, mancherorts sogar bis zu 70 Liter Regen bringen und zu einem deutlichen Temperatursturz von mehr als 10 Grad führen. Sommerlich wird diese Juniwoche nicht“, sagt Jessica Spengler, Meteorologin der Ubimet.
Der Sonntag werde noch einmal Höchstwerte bis 28 Grad bringen, ab Nachmittag bilden sich immer mehr Quellwolken und die Gewitterneigung werde zunehmen: „Keine Unwetter, aber mit Blitz und Donner ist ab den Abendstunden zum Wochenausklang zu rechnen“, sagt Spengler.
Unwettergefahr steigt
Der Montag startet in Osttirol sonnig und erneut sind Temperaturen von bis zu 29 Grad möglich, doch in der Nacht auf Dienstag wird uns die eingangs angekündigte Kaltfront erreichen. Einzelne Gewitter können Montagnacht Starkregen, Hagel und stürmische Böen bringen. „Es beginnt in Osttirol und Oberkärnten mit schauerartigem, teils gewittrigem Regen“, sagt die Meteorologin voraus.
Ab Dienstagmittag wird es bis ins Lavanttal verbreitet nass. Ab Nachmittag steigt das Unwetterpotenzial auch vom Klagenfurter Becken bis an den Ostrand von Kärnten. Starkregen, Hagel und kräftige Sturmböen sind auch am Dienstag möglich“, sagt Spengler und ergänzt, dass es nach Höchstwerten bis 28 Grad binnen kurzer Zeit stark abkühlen werde.
Temperatursturz
Der Mittwoch werde dann ein nasser und kühler Tag mit kräftigem Dauerregen und Maximalwerten bis höchstens 18 Grad. Die Schneefallgrenze könnte auf etwa 1800 Meter sinken, einige Modelle würden sogar Mallnitz in 1191 Metern Seehöhe zeitweise angezuckert sehen. Das sei aber noch sehr ungewiss. Erst am späten Abend des Mittwoch werde der Regen nachlassen. „Am Donnerstag kommt es zur Wetterberuhigung. Letzte Schauer sind vielleicht noch in Unterkärnten zu erwarten. In Oberkärnten und Osttirol wird der Donnerstag trocken bleiben, mit Höchstwerten bis 21 Grad“, sagt Spengler. Der Rest der Woche wird dann kaum mehr sommerliche Temperaturen zulassen. „Es wird bis Sonntag ein Mix aus Sonne und Wolken bleiben, geringfügig wärmer aber unter der 25 Grad Marke.“
Große Regenmengen
Für David Kaufmann, Meteorologe von Tauernwetter.at sei die Kaltfront eine erfreuliche Nachricht für die Landwirtschaft: „Bis Freitagnacht fallen verbreitet 30 bis 100 Liter Regen pro Quadratmeter, die größten Mengen in Osttirol, in Oberkärnten und entlang der Gurktaler Alpen.“ Damit fallen die größten Mengen genau in jene Regionen, in denen es im bisherigen Juni am wenigsten geregnet hatte.
Es sei der erste nicht zu trockene Monat dieses Jahres in Reichweite: „Treffen die erwarteten Niederschläge ein, könnte der Juni im Flächenmittel der erste Monat seit Februar werden, der nicht zu trocken ausfällt – und erst der zweite seit November 2025.“ Das seit dem Winter aufgelaufene Niederschlagsdefizit werde dadurch zwar nicht ausgeglichen, und die Grundwasserstände verbleiben weiterhin auf einem extrem niedrigen Niveau, aber: „Für die Landwirtschaft kommt der Regen zur richtigen Zeit.“
Rückkehr der Hitze
Stabileres Wetter sagen die Modell wieder ab der dritten Juniwoche voraus, dann könnte die sommerliche Hitze wieder nach Kärnten und Osttirol zurückkehren.