Da sitzen schon beim Einlass und lange bevor die Musik anhebt doch tatsächlich Donald Trump, Wladimir Putin und Xi Jinping als Masken in den beiden Proszeniumslogen und winken ins Publikum: Aron Stiehl konnte offensichtlich der Versuchung einer ironisierenden Aktualisierung von Richard Wagners „Rheingold“ nicht widerstehen. Zweifellos geht es nicht nur im Vorspiel der Tetralogie, mit dem jetzt „Der Ring des Nibelungen“ am Stadttheater Klagenfurt zu Ende geschmiedet wird, um zeitlose Themen wie Macht, Gewalt, Missbrauch, Korruption, Geld und Liebe, aber muss dies so plakativ gezeigt werden? Nach einem eingespielten Rückblick vom Finale der letztjährigen „Götterdämmerung“ beginnt erst das eigentliche Spiel. Auf einer stark verkleinerten, bunten Bühne, wie ein grottenartiges Kinderzimmer wirkend, mit hängenden Wasserpflanzen und sich drehenden, angedeuteten Wellen agieren recht kindisch die mit Wasserball und Schwimmreifen spielenden Rheintöchter in Glitzerkostümchen. Das Rheingold selbst ist eine goldene, funkelnde Rückwand.
Klagenfurt
„Rheingold“ im Stadttheater: Ewiger Kreislauf von Werden und Vergehen
Kritik.
Das Stadttheater Klagenfurt hat das Monsterprojekt Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ mit dem Vorabend „Das Rheingold“ vor allem musikalisch erfolgreich zu Ende geschmiedet.
© APA/ARNOLD POESCHL