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"Kärntner Wunder" verfilmt

Glück war Begleiter der Ärzte

Markus Thalmann war jener Herzchirurg, der im Mai 1998 in einer mehrstündigen Operation einem Kind das Leben rettete. Die Geschichte wurde verfilmt.

© KK
 

Wenn Mittwochabend um 20.15 Uhr in ORF 2 der Film "Das Wunder von Kärnten" über die Bildschirme flimmert, werden die Menschen an eine medizinische Sensation erinnert, an der im Mai 1998 der Herzchirurg Markus Thalmann am LKH Klagenfurt maßgeblich beteiligt war. "Ich war damals zwar schon Oberarzt, hatte meine Ausbildung aber erst knapp ein Jahr zuvor beendet", erzählt der 47-jährige Wiener mit Kärntner Wurzeln.

Thalmann erinnert sich noch gut an jenen 3. Mai. Es war ein Wochenende, an der Chirurgie herrschte wenig Betrieb. "Ich war ziemlich allein unterwegs." Der Rettungshubschrauber brachte ein kleines Kind, die Körpertemperatur betrug nur mehr 18,4 Grad, das Herz stand still. Aber das Mädchen hatte eine Menge Schutzengel. "Dass das Kind stark unterkühlt war, erwies sich als Glück", sagt Thalmann. "Nach dem Sturz in den Fischteich mit acht, neun Grad Wassertemperatur ragte der Kopf des Kindes noch eine Zeit lang aus dem Wasser. Wir fanden Spuren von Erde unter den Fingernägeln, Hinweise darauf, dass sich das Kind am Ufer festgehalten hatte." Das Gehirn war so lange noch mit Sauerstoff versorgt worden, dass keine Zellen geschädigt waren. "Außerdem funktionierte die Rettungskette perfekt. Schon die Eltern hatten die Kleine über telefonische Anweisung des Notarztes perfekt reanimiert."

Im Operationssaal der zweite Glücksfall. "Es gab ja keine Kinderchirurgie, trotzdem waren passende Kanülen für Kinder vorhanden, weil ein paar Tage zuvor der Vertreter einer Firma solche als Probeexemplare zurückgelassen hatte." Das Kind wurde an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Und weil ein Lungenversagen vorlag, "bastelte" der Kardio-Techniker Norbert Haberfellner kurzfristig eine "künstliche Lunge". Danach die Herzoperation, die die ganze Nacht dauerte.

Zehn Tage künstlicher Tiefschlaf. Weiteres Bangen: Würde das Kind ohne Schädigungen des Gehirns aufwachen? Es gelang. "Wir waren ein starkes Team. Die Intrigen gibt es nur im Film", sagt Thalmann. Zu diesem starken Team zählten neben anderen die Anästhesisten Christian Breschan, Elisabeth Eisendle, Ernst Trampitsch sowie Raimund Kraschl von der Kinder-Internen, der das Mädchen von der Intensivstation übernahm. Und das gesamte Pflegepersonal.

Thalmann, der Kontakt zu seiner einstigen Patientin hat, freut sich, dass sie heute eine gesunde Jugendliche ist. "Aber die Eltern wollen keinen Medienrummel."

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