Seit Mitte Dezember des Vorjahres ist die Koralmbahn in Betrieb – die Züge fahren und die Menschen nutzen die Möglichkeit, die 130 Kilometer lange Strecke zwischen Klagenfurt und Graz binnen kurzer Zeit, im schnellsten Fall in 41 Minuten, zurückzulegen. Und immerhin: In den ersten beiden Wochen lösten laut Klagenfurts Wirtschafts- und Tourismusstadtrat Julian Geier (ÖVP) 160.000 Menschen ein „Koralmbahn“-Ticket, das sind 11.400 pro Tag. Dass diese Zahlen auch eine Chance für Klagenfurt sind, betonte Geier in einer Pressekonferenz am Montag einmal mehr. „Denn Klagenfurt ist besser als sein Ruf.“

„Ein Drittel der Grazer war schon in Klagenfurt“, zieht er eine erste Bilanz. „Jetzt gilt es diese zu bewegen, noch einmal zu kommen und den Rest zu mobilisieren, überhaupt einmal zu kommen.“ Mit dem Rest meint er in Summe 500.000 Menschen aus der steirischen Landeshauptstadt und Umgebung. Und für diese hätte Klagenfurt jede Menge zu bieten – auch sonntags. „Mehr als 50 Betriebe haben auch am Sonntag geöffnet, davon alleine fünf am Alten Platz“, weiß der Wirtschaftsreferent. „Das ist bei Weitem mehr, als oftmals wahrgenommen wird. Die Klagenfurter Innenstadt sowie die Unternehmerinnen und Unternehmer leisten Großartiges“, ergänzt der Wirtschaftsstadtrat. Mit weiteren Maßnahmen will man jetzt die Frequenz und damit die Wertschöpfung erhöhen.

Eine Art Klagenfurter Fashion Week

Bereits im März startet das „Klamour“, „eine Art Klagenfurter Fashionweek“, wie Inga Horny das jüngste Projekt ihres Stadtmarketings beschreibt. 35 Betriebe – von der Gastronomie, über Mode und Beauty – haben bereits ihre Bereitschaft zur Teilnahme bekundet. „Dabei gehen rund 50 Veranstaltungen, wie beispielsweise Workshops, Stilberatungen oder Gastro-Specials und After-Work-Shoppings, in den einzelnen Betrieben über die Bühne“, erklärt die Geschäftsführerin, die dafür 35.000 Euro in die Hand genommen hat. Für eine Bewerbung der Veranstaltungsserie in Graz fehlt allerdings das Geld. „Die erfolgt ausschließlich online“, erklärt Horny. Am 19. März startet „Klamour“ und geht am 2. April ins Finale. Ansprechen will man damit die urban geprägten, mode- und lifestyleaffinen Klagenfurterinnen und Klagenfurter mit Interesse an Beauty, Wellness, Kulinarik und exklusiven Erlebnissen im kleinen Rahmen sowie eben Ausflugsgäste aus Graz.

Julian Geier (ÖVP) und Stadtmarketing-Chefin Inga Horny setzen auf neue und alte Formate, um mehr Bewegung in die Stadt zu bringen
Julian Geier (ÖVP) und Stadtmarketing-Chefin Inga Horny setzen auf neue und alte Formate, um mehr Bewegung in die Stadt zu bringen © Stadtkommunikation/Buchner

Auch das „Hafenzwitschern“, der Frühlingsmarkt im Lendhafen, ist bereits an zwei Wochenenden im Mai fixiert und soll mit seinem Angebot an Kulinarik, Kunsthandwerk und Unterhaltung Klagenfurt zum bevorzugten Ausflugsziel der Grazerinnen und Grazer machen. Ein großes Fragezeichen steht allerdings aktuell noch hinter dem „Hafenknistern“ im Advent. Die Finanzierung des beliebten Christkindlmarktes sei im Budget der Stadt noch nicht abgebildet. Weitere Maßnahmen, die die Frequenz in die Innenstadt bringen sollen, sind die IBO Streetdance EM, das „Urban Echo“ mit seinen fünf Konzertabenden jeweils mittwochs am Kardinalplatz, das „Klagenfurt Festival“ im Juni, das „City Outlet“ im Juli, der „Salon Inge“ anlässlich des 100. Geburtstags der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann und des 50-Jahr-Jubiläums der Tage der deutschsprachigen Literatur sowie die speziellen Rundgänge „Oh, wie schön“ für Tagesgäste.

Dass Events dieser Art durchaus Erfolg in puncto Frequenz und Wertschöpfung bringen, bewiesen die „Donnerszenen“, die kulturaffine, urbane Genießerinnen und Genießer in die Klagenfurter Innenhöfe lockten – zuletzt allerdings vor zwei Jahren. An den acht Donnerstagen im Juli und August zählte man 18.000 Besucher und eine gesamte Wertschöpfung für die Stadt Klagenfurt in der Höhe von über einer Million Euro.

Dass die Stadt Klagenfurt dank den vielen Leerständen nicht das schönste Bild abgibt, liegt auf der Hand. Allerdings: „Wir konnten die Leerstände in den letzten zwei Jahren von 100 auf 70 reduzieren“, ergänzt Stadtrat Geier. „Leider befinden sich aber genau diese an sehr prominenten Standorten.“ Um auch diese in den Griff zu bekommen, will er wieder auf eine Pop-up-Förderung zurückgreifen und die Eigentümer der Immobilien ins Boot holen.