Während seiner Ehe zu Melinda French Gates führte Bill Gates angeblich Affären mit zwei russischen Frauen. Dies soll der 70-jährige Microsoft-Mitgründer während einer internen Mitarbeiterversammlung am Dienstag zugegeben haben, berichtet das „Wall Street Journal“. Zudem hätte sich Gates vor seiner Stiftung auch für seine Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein entschuldigt.

Die Affären betrafen laut Berichten eine Bridge-Spielerin, die er bei Turnieren kennengelernt hatte, und eine russische Kernphysikerin, die er über berufliche Kontakte traf. Epstein soll später über diese Beziehungen informiert worden sein. Gates betonte mehrfach: „Ich habe nichts Illegales getan und nichts Illegales gesehen.“ 

Laut „Wall Street Journal“ gestand er, dass er mit Epstein im Privatjet unterwegs gewesen sei und Zeit mit ihm in den USA sowie im Ausland verbracht habe, Jahre nachdem dieser sich 2008 wegen der Anwerbung einer Minderjährigen für Prostitution schuldig bekannt hatte. An kriminellen Machenschaften habe er sich allerdings nicht beteiligt, zitiert die Zeitung Gates.

Epstein-Files

Gates’ Aussage stand im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Dokumenten des US-Justizministeriums, die Gespräche, Emails und Fotos aus Epsteins Netzwerk umfassen. Er räumte ein, dass es ein großer Fehler war, Zeit mit Epstein zu verbringen und sogar Mitarbeiter der Gates Foundation in Treffen einzubeziehen. Dafür entschuldigte er sich bei seinen Angestellten. 

Gates versicherte, er habe nie Zeit mit den Opfern Epsteins oder den Frauen im Umfeld des Sexualstraftäters verbracht. Laut Dokumenten war Gates gemeinsam mit Epstein auf privaten Flügen und an verschiedenen Orten wie Deutschland, Frankreich, New York und Washington, nicht aber auf Epsteins berühmter Insel vor den karibischen Küsten. 

Erpressungsversuche

Epstein hatte in der Vergangenheit laut „Bild“ versucht, Gates mit Wissen über seine Affäre unter Druck zu setzen - Berichten zufolge versuchte Epstein etwa, Gates zur Erstattung von Ausbildungskosten zu bewegen –, was zeigt, wie sensibel diese Informationen verwendet wurden. 

Der Skandal zieht weitere Nachwirkungen: Gates sagte kürzlich mehrere öffentliche Auftritte ab, darunter eine Keynote auf dem AI Impact Summit in Indien, um von der Arbeit und dem Ruf der Stiftung abzulenken. 

Innerhalb der Gates Foundation wurde Gates’ Auftritt als Versuch gewertet, Verantwortung zu übernehmen und Transparenz zu schaffen, um das Vertrauen der Mitarbeiter zu stärken. 
Kritiker und Medien sehen darin jedoch eine Image-Krisenbewältigung, da die Enthüllungen das Ansehen des Milliardärs und seiner Stiftung belasten und Fragen zur Urteilsfähigkeit früherer Entscheidungen aufwerfen.