Nach den USA will sich nun auch Argentinien aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zurückziehen. Das kündigte Manuel Adorni, der Sprecher des Präsidenten Javier Milei, bei einer Pressekonferenz am Mittwoch an. berichtet die „Presse“. Als Grund nannte er tiefgreifende Differenzen in Bezug auf das Gesundheitsmanagement während der Corona-Pandemie.

„Wir werden keiner internationalen Organisation erlauben, sich in unsere Souveränität und noch weniger in unsere Gesundheit einzumischen“, sagte Adorni. Die Maßnahme würde für das Land keinen Verlust von Mitteln bedeuten. Sie verschaffe hingegen eine größere Flexibilität bei der Umsetzung von Maßnahmen, die an die von Argentinien benötigten Interessen angepasst seien und eine größere Verfügbarkeit von Ressourcen.

Damit folgt das südamerikanische Land den USA. Deren Präsident Donald Trump hatte kurz nach seinem Amtsantritt im Jänner angekündigt, dass die Vereinigten Staaten aus der globalen Gesundheitsorganisation austreten – was weltweit Kritik hervorgerufen hat. Der Austritt soll im Februar 2026 wirksam werden. Präsident Milei war als einer von wenigen internationalen Staats- und Regierungschefs zu Trumps Angelobung eingeladen worden.

Könnte Signalwirkung haben

Die US-Regierung hatte im vergangenen Jahr 18 Prozent des WHO-Budgets getragen. Ein Austritt Argentiniens bringt die WHO finanziell nicht in die Bredouille wie der Schritt der USA. Da die Beiträge sich nach der Wirtschaftskraft eines Landes richten und Argentiniens Wirtschaft am Boden liegt, ist der Pflichtbeitrag minimal: 8 Millionen Dollar, verglichen mit 260 Millionen Dollar der USA.

Verheerend ist aber die Signalwirkung: praktisch jedes Land der Welt ist Mitglied der WHO, insgesamt 194 Staaten, zum Beispiel auch Nordkorea. Sollten sich andere Länder den USA und Argentinien anschließen, wäre dies ein schwerer Schlag gegen das UN-Prinzip, Probleme und Bedrohungslagen möglichst multilateral zu meistern.

Sehr strenge Coronaregeln

Zu Beginn der Pandemie hatte Argentinien sehr strenge Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus verhängt. Die Ausgangsbeschränkungen galten zudem so lange wie in kaum einem anderen Land der Welt. Teilweise durften die Menschen ihre Wohnung nur für wichtige Einkäufe und Arztbesuche verlassen.

Auch Trump hatte in einem Präsidentenerlass erklärt, die Organisation habe schlecht auf die Corona-Pandemie reagiert und fordere unfaire Beiträge von den Vereinigten Staaten.