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KultkistenDer Spion, der aus der Kälte kam

Die Karriere des Lancia Delta unter dem Pseudonym Saab 600 erfror schon im ersten Winter.

Der Lancia Delta in der Variante als Saab 600 © KK
 

Auf dem Papier klingt die Idee ja gar nicht so schlecht: Mit dem Auslaufen des Saab 96 hatten die Schweden kein kompaktes Modell mehr im Angebot und wegen der notorisch klammen Firmenkasse auch kein Geld, ein neues zu entwickeln. Der Fiat-Konzern hingegen hatte den nagelneuen Lancia Delta im Blechkleid von Giorgetto Giugiaro und Rallye-Pedigree im Schauraum und konnte wiederum ein paar Stückzahlen mehr im hohen Norden ganz gut gebrauchen.

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Die Winter im hohen Norden raffte fast alle 600er dahin © KK

Also rollte das kantige Kind seiner Zeit 1980 in Skandinavien als Saab Lancia 600 zu den Händlern. Diese priesen einen echten Saab an, der lediglich in Italien gebaut würde. Der Marketingsprech wurde aber mit dem Beginn des Winters eiskalt entlarvt: Die Heizung hatte den Minusgraden nämlich nur wenig entgegenzusetzen und der Verkauf fror ein - im wahrsten Sinne des Wortes. Bis 1983 dauerte es, ehe man die „Frostbeulen“ des ersten Jahrgangs mit riesigen Rabatten an den kälteresistenten Kunden gebracht hatte.

Den erstarrten Auslieferungen versuchte Saab schließlich mit einer selbst entwickelten Heizung wieder Feuer unterm Hintern zu machen, aber da gab es noch ein ganz anderes Problem: Das italienische Blech erlag den harten Wintern in Windeseile. Jetzt konnte man zwar endlich heizen, aber die warme Luft trat durch die faustgroßen Rostlöcher wieder aus.

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