Stromerzeugung und Stromverbrauch innerhalb eines Bundeslandes sind nicht zu jedem Zeitpunkt in Balance: Überschuss und Defizite wechseln einander ab. Damit dennoch alle Bundesländer zu einem möglichst großen Anteil mit Strom aus Österreich versorgt werden können, sorgt das überregionale APG-Netz für eine stabile Infrastruktur zum Energieaustausch.

APG steht für Austrian Power Grid, Österreichs unabhängigen Stromnetzbetreiber, der das Hochspannungsnetz steuert und verantwortet. Das APG-Netz ist das Rückgrat, das den Austausch von Strom ermöglicht: Es transportiert den Strom in andere Bundesländer oder sorgt für den Ausgleich von Defiziten. Die Steiermark hat beispielsweise im Mai 2021 aus dem APG-Netz 75,8 Gigawattstunden (GWh) entnommen, aber nur 36,7 GWh eingespeist. Spitzenreiter beim Einspeisen waren Niederösterreich mit 363,9 GWh und Oberösterreich mit 216,9 GWh, auf den letzten Plätzen finden sich Vorarlberg mit 8,5 GWh und Wien mit 0,0 GWh.

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Das zeigt, wie wichtig die Austauschkapazitäten in beide Richtungen sind. Nur damit können gewerbliche bzw. industrielle Prozesse elektrifiziert und auch in Zukunft sicher mit nachhaltigem Strom in hoher Qualität versorgt werden. Zudem können sie ihre Flexibilitäten auf dem Strommarkt bzw. den Netzbetreibern zur Verfügung stellen.
In den letzten drei Mai-Wochen konnte der heimische Stromverbrauch bilanziell zu 100 Prozent durch erneuerbare Energie gedeckt werden.

Gerhard Christiner, technischer Vorstand der APG Austrian Power Grid
Gerhard Christiner, technischer Vorstand der APG Austrian Power Grid © APG/Michalski

Verbrauch normalisiert sich wieder

Die Entwicklung des heimischen Stromverbrauchs zeigt deutlich, dass die Abweichungen zum Durchschnittsverbrauch in den letzten Monaten immer geringer wurden. „Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind in der Entwicklung der Stromlast praktisch nicht mehr erkennbar. Primärer Schlüsselfaktor in der Entwicklung ist wieder die Temperatur bzw. die Großwetterlage. Das Verbrauchslevel befindet sich momentan in der jahresüblichen Schwankungsbreite“, sagt Gerhard Christiner, technischer Vorstand der APG. In Österreich betrug der Stromverbrauch in der letzten Mai-Woche (KW21) 1.118 Gigawattstunden (GWh), das sind plus zwei Prozent im Verhältnis zum Vergleichszeitraum vor Corona. Zum Höhepunkt der Pandemie sackte der Stromverbrauch noch um bis zu 14 Prozent ab.

Rekord-Export. Aufgrund der guten Stromproduktion durch Erneuerbare konnte im Mai auch wieder vermehrt Strom exportiert werden. Am 13. Mai kam es in Österreich um 21.30 Uhr zu einem historischen Rekord-Export von 4.484 Megawatt. Damit wurde das bisher letzte Exportmaximum von 3.943 Megawatt vom 15. Juni 2020 um rund 13,7 Prozent übertroffen. „Wesentlichen Anteil daran hatten die Erneuerbaren, die an diesem Tag gesamt fast 200 GWh Strom erzeugten“, erklärt Christiner.