Das reichste Prozent der Bevölkerung besitzt 39 Prozent des Privatvermögens. Die gesamte untere Hälfte der Bevölkerung besitzt nur 2,9 Prozent des Vermögens. In Österreich gibt es 38 Milliardäre und 155.000 Millionäre. Diese Zahlen weist eine Studie der Arbeiterkammer aus. Die Nationalbank kommt zu etwas anderen Zahlen, sie berücksichtigt in ihrer Vermögenserhebung die Superreichen nicht. Wie auch immer, eine krasse Ungleichheit bei der Vermögensverteilung ist unstrittig.
Für die Nicht-Vermögenden, die sozial schwächeren Bevölkerungsschichten, viele ältere Mitbürger, die Alleinerziehenden und Alleinstehenden, die Arbeitslosen, für Menschen mit Behinderung, für Familien, die Schicksalsschläge zu verkraften haben oder für einmal gestrauchelte Menschen, kann ein unvorhergesehenes Ereignis dominosteingleich eine katastrophale Kettenreaktion auslösen. Mit dem Absturz in die Armut, an den Rand der Gesellschaft gedrängt, machen sich bei diesen Menschen, diesen Familien Isolation und Verzweiflung breit. Soweit muss es nicht kommen. Es gibt in unserem Land ein dichtes Netz von öffentlichen und privaten Unterstützungsmöglichkeiten. Eine bedeutsame Hilfsaktion ist „Kärntner in Not“.
Vor 20 Jahren von der Kleinen Zeitung ins Leben gerufen, ist „Kärntner in Not“ zur unverzichtbaren Hilfseinrichtung angewachsen. Dank der Spendenbereitschaft der Leserschaft, kann vielfältigst geholfen werden. Vom Noteinsatz, um eine Delogierung abzuwenden, über Langzeit-Unterstützung bei der Betreuung schwerstbehinderter Familienmitglieder bis zur Soforthilfe bei Unwetter- und anderen Katastrophen reicht der Aktionsradius von „Kärntner in Not“. Zwei Punkte sind uns wichtig: die Anonymität und Menschenwürde der Hilfesuchenden zu wahren und mit Unterstützung möglichst nachhaltige Wirkung zu erzielen. Diesem Ziel dient auch die Vernetzung mit der Kärntner Landesregierung und anderen Hilfsorganisationen.
Spendenaufrufe tätigen wir nur einmal im Jahr, in der Vorweihnachtszeit. Jedes Jahr sind wir vom Ergebnis überwältigt. Spenden zu sammeln ist keine Rekordjagd. Und doch können wir darauf hinweisen, welche große Summen gespendet werden. Wir tun dies in Demut und Dankbarkeit. Denn auch wenn wir als Gesellschaft zunehmend Polarisierung und Spaltung wahrnehmen müssen, zeugt andererseits die Hilfsbereitschaft von nach wie vor vorhandener großer Solidarität.
Dieser Solidarität werden wir in nächster Zeit weiter bedürfen. Eine Solidarität, an der die Vermögenden des Landes mitwirken mögen, und sei es über Steuern. Denn es ist unabsehbar, welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verwerfungen die Corona-Pandemie noch bringen wird. Schon jetzt ist ein Steigen der Armutsgefährdeten-Zahlen festzustellen. Deshalb sagen wir Ihnen heute Danke für Ihre Spenden und bitte, unterstützen Sie „Kärntner in Not“ weiterhin dabei, Menschen zu helfen.