Vom Alpenbogen aus bis nach Asien, in die faszinierenden Gebirge des Himalaya, Karakorum und Hindukusch zog es einige Bergsteiger aus der Steiermark, die vor mehr als 40 Jahren, am 3. Mai 1978 erstmals am Gipfel des Mount Everest standen. Die Ausstellung zeigt bis 31.10.2020 anhand von acht Themenbereichen die ersten steirischen Alpinisten auf ihren Exkursionen zum Dach der Welt – von Erfolgen über Forschungsarbeit bis hin zu Katastrophen.
Einer unter ihnen war der Alpinist und Ausstellungskurator Robert Schauer, der bei der Eröffnung seine Motivation zum Ausdruck brachte: „Bergsteigen ist mehr als nur Sport oder das Erreichen eines Ziels. Es ist vor allem hochgradige Persönlichkeitsentwicklung, ebenso auch Emotion, Erlebnis und das Wahrnehmen der Dinge um einen. Jeder Schritt in Richtung Gipfel war niemals anstrengend, sondern eine Freude und gleichzeitig hat es mir wahnsinnig Spaß gemacht, die Natur, andere Kulturen und die Menschen vor Ort kennenzulernen. So wie die Kammermaler Erzherzog Johanns die Berge und deren Besteigung dokumentierten, wollte ich mit meinen Filmen meinen Mitmenschen und der Nachwelt vermitteln, was ich erlebt habe.“
Die Steiermark als Land der Bergsteiger
Ausgehend von Erzherzog Johann – der unter anderem auch das Universalmuseum Joanneum gründete und bekannt ist für die Vermessung, Erforschung und Dokumentation der Steiermark sowie seine Liebe zu den Bergen – spannt die Ausstellung den Bogen bis zum Dach der Welt. Originale Ausrüstungsgegenstände, Installationen und 3-D-Animationen zeigen die Welt der steirischen Extrembergsteiger, die seit den 1950er-Jahren bis heute dabei waren, als es galt, die höchsten Gipfel der Erde zu erobern. Der Aufenthalt des Menschen an diesen unwirtlichen Orten schien lange Zeit nicht möglich. Das unmöglich Scheinende ist aber genau das, was einige Menschen erst recht anspornt, und so gab es immer wieder Versuche, den „Dritten Pol“ – wie der Mount Everest auch genannt wird – zu erreichen. Als Robert Schauer dann dort ankam, meinte er: „Der Dritte Pol ist nicht das Ende.“ Bei der Eröffnung ermutigte er dazu, immer wieder die eigenen Pole auszuloten bzw. die noch weißen Flecken im höchsten Gebirge der Welt zu erkunden.