Die Musikindustrie erklärte die Schallplatte bereits für tot. CDs seien das Medium der Zukunft, hieß es Mitte der 80er-Jahre. Wie man sich irren kann. Es ist das gute alte Vinyl, das aktuell wieder im Kommen ist. 2018 ist das bereits dreizehnte Jahr in Folge, in dem der Verkauf von Schallplatten zunimmt. Im Vorjahr wurden weltweit 134 Millionen Exemplare gepresst, 92 Millionen davon allein in Europa. Renommierte Bands bringen wieder ganz selbstverständlich ihre Alben auch auf Schallplatte heraus. Bei Vinyl schlagen also nicht nur die Herzen von ein paar hartgesottenen Musiknostalgikern höher. Und die CD? Deren Verkaufszahlen sinken kontinuierlich. Downloads und Streaming setzen ihr mächtig zu. Die Zukunft dauerte wohl nicht besonders lange.

Schwarz, 180 Gramm schwer, zwei Rillen. Bereits 70 Jahre ist die Vinylplatte alt. Im Juni 1948 präsentierte der Musikkonzern Columbia Records das erste Exemplar in New York – mit Aufnahmen von Frank Sinatra. Heutzutage steht die Schallplatte für mehr als nur Musik. Sie spricht die Sinne an. „Echter Genuss ist für mich, wenn ich eine Schallplatte aus meiner Sammlung ziehe, auf den Plattenspieler lege, die Nadel aufsetze und das erste Knistern ertönt“, so der bekannte Kärntner DJ Felix Sommer.

Leidenschaft für echtes Knistern

Sommer ist auch Schallplattensammler aus Leidenschaft. Warum? „Weil sie mich glücklich machen. Da ist so viel Echtheit dahinter, die ich mit den Schallplatten verbinde.“ Denn nur echte Qualität sei das, was längerfristig bleibt. Diese knisternde Leidenschaft für das Unverfälschte verbindet ihn mit der Privatbrauerei Hirter. Beide stehen für echten Genuss – der eine bei der Musik, der andere beim Bier. Deshalb ist Sommer auch das neue, öffentlichkeitswirksame Gesicht von Hirter.

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Alle Sinne bedienen

In der Welt des Scrollens und Wischens wollen sich Konsumenten wieder mehr mit Produkten umgeben, die alle Sinne bedienen. Schallplatten haben zusätzlich einen optischen und haptischen Reiz. Plattencover an sich sind schon kleine Kunstwerke. Größen wie Andy Warhol, Joseph Beuys oder der Fotograf Robert Frank tobten sich grafisch auf Plattencovern aus. Jenes, das die Beatles auf einem Zebrastreifen in der Londoner Abbey Road zeigt, ging in die Geschichte ein.  

Echte Qualität statt kurzfristiger Trends

Es war besonders die Nische der DJs und Dance-Culture, die Vinyl rund um die Jahrtausendwende am Leben erhielt. Heute ist die Schallplatte vitaler als je zuvor. Auch wenn sie sich weiterhin konstant mit gemächlichen dreiunddreißig Umdrehungen am Plattenteller dreht. „Ich sammle Schallplatten, weil echte Qualität über den kurzfristigen Trends steht: Echte Qualität ist das, was längerfristig bleibt“, so Sommer. Das Echte hat kein Ablaufdatum, nur das Echte sorgt für perfekten Genuss – das gilt für die Musik wie auch für das Bier.

„Vinyl ist das andächtigste Format, Musik zu hören. Du musst teilnehmen, aufstehen, die Nadel platzieren“, drückte es Jack White, Ex-Frontmann der White Stripes, Plattenladen- und Presswerkbesitzer, aus. Es sei wie ein Lagerfeuer, in das man hineinstarrt, es bewegt sich etwas, es knistert. Spätestens mit den Musik-Streams ist die Haptik verloren gegangen. Man hat nichts in der Hand, das einen mit der Musik verbindet.

Eine eigene Atmosphäre schaffen

Musikliebhaber schwören auf den Sound des schwarzen Vinyls. Es fasziniert und begeistert. Sommer geht mit großem persönlichen Einsatz dem Plattensammeln nach. „Wenn man etwas gerne macht, wenn man wirklich dahinter ist, dann hat das einfach mit Wertschätzung diesem Kulturgut gegenüber zu tun“, so der Kärntner DJ. Genauso sieht es die Privatbrauerei Hirter beim Bier. Denn wie Schallplatten nie nur Musik sind, ist Bier nie nur ein Getränk. Beide stehen für zeitlosen Genuss, beide schaffen eine eigene Atmosphäre.