Tarvis – oder Tarvisio auf Italienisch – ist zwar eine Stadt, aber auch bei Naturliebhabern und Sportbegeisterten als Reiseziel sehr beliebt. Weshalb? Die Antwort liegt auf der Hand, wenn man nur Bilder des malerischen Fleckchens Erde betrachtet: Die kleine Stadt schmiegt sich in ein Tal zwischen schroffen Bergen. Ringsum ist sie von lebendiger und von Menschen großteils ungestörter Natur umgeben. Umsäumt von den Julischen Alpen und reich an weiten Tälern und Wäldern – der Wald von Tarvisio ist mit seinen 24.000 Hektar der größte Wald in Staatsbesitz Italiens – zeigt sich das Städtchen in modernem Gewand, aber es hat auch eine alte Seele, voller Traditionen, die sich zu entdecken lohnt.
Einen Schritt aus Tarvis heraus setzen heißt eintauchen in das satte Grün der umliegenden Natur. Im Sommer wird es Bewegungsfans in der Stadt im italienisch-österreichisch-slowenischen Dreiländereck im Kanaltal sicherlich nicht langweilig. Nebst den zahlreichen Wander- und Spazierwegen rings ins Umland von Tarvisio warten Trekkingtouren, Ausflüge zu Pferd oder auf dem Rad auf alle Sporthungrigen. Als Ziel am Ende der Routen können heimelige Almhütten mit Spezialitäten aus der Region auf der Speisekarte angesteuert werden.
Die Seen von Fusine sind durch einen reizvollen Waldweg miteinander verbunden. Die angenehmen Temperaturen um die Seen laden zum Verweilen ein. Einem Ausflug von Gewässer zu Gewässer mit einem kleinen Picknick zwischendurch steht also nichts im Wege. Das Fusine Seebecken am Fuße der Mangart Bergkette zählt zu einem der schönsten Orte der Region. Eine weitere sehr reizvolle Wanderroute in der Region ist der so genannte Cammino Celeste oder auch Himmelsweg. Der Pilgerweg lässt Menschen aus den verschiedensten Nationen zusammenkommen, um ihre spirituellen Ziele zu erreichen, oder einfach nur um die Naturschönheiten von Udine zu genießen. Der Weg wurde im Sommer 2006 mit einer Segnung eröffnet und besteht aus drei Teilstrecken, die jeweils zu drei bedeutungsvollen Orten für die Geschichte des Glaubens von Italien, Slowenien und Österreich führen.
Der erste Teil der Wanderung erstreckt sich über 200 Kilometer und beginnt auf den Barbana Inseln. Die Tour zeichnet sich durch die Naturschönheiten aus, denen man unterwegs begegnet, aber auch durch die kulturelle Vielfalt. So können Wanderer unterwegs kleine Landkirchen und berühmte Heiligtümer besuchen, wie das Kapuzinerkloster Castelmonte. Der Monte Lussari ist durchaus auch einen Besuch wert. Auf dem Berg befindet sich nämlich die Wallfahrtskirche Maria Lussari. Diese beherbergt eine Marienstatue, die nach alter Überlieferung im Mittelpunkt einer Reihe von Wundern gestanden haben soll. Die Kirche kann zu Fuß aus erreicht werden, über den Pilgerweg Sentiero del Pellegrino. Hat der Reisende eher einen gemütlichen Ausflug im Sinn, kann er auch mit der Kabinenseilbahn von Camporosso aus auf den Berg hinauffahren. Mit der +Card Holiday ist die Seilbahn kostenlos benutzbar.
Wanderfans, die lieber weniger religiöse Ziele anstreben, finden im regionalen Naturpark Julische Voralpen Naturfreuden. Der Park erstreckt sich auf knapp 100 Quadratkilometer und ist durch das Aufeinandertreffen dreier verschiedener biogeografischer Gebiete – dem mittelmeerischen, dem illyrischen und dem alpinen – von besonderem Interesse. Dies führt zu einer artenreichen Flora und Fauna. Durch das Gebiet führen zahlreiche Wanderwege, auf denen die Faszination der Berge voll genossen werden kann. Einen großen Mehrwert für den Besuch des Naturparks bilden die Ausflüge mit einem Guide durch das Gebiet. Informatives gibt es außerdem in den verschiedenen Ausstellungen, wie jene über das Bergewerk des Resartico in Resiutta. Nebst Wandern ist auch klassisches Sport-Bergsteigen, Canyoning und indoor Sportklettern möglich. Für besonders Abenteuerlustige besteht die Möglichkeit, an einer Höhlenforschungsexpedition am Fontanone di Goriuda teilzunehmen.Weitere Ausflugsmöglichkeiten in der Region wären der Alpe Adria Trail, eine neue Trekkingroute im Alpen-Adria-Gebiet mit 43 Etappen. Auch der Predil See mit seiner Windsurfschule und das Saisera-Tal sind perfekt für einen schönen Tag in Karnien.Durch die Region führen auch mehrere Themenwege, wie die Puanina Tour. Der Pfad stellt die tiefe Bindung der Menschen aus der Region mit ihrer Heimat dar. Der Weg beginnt im Herzen des Kanaltals, wo noch immer Rinderzucht nach traditionellen Methoden durchgeführt wird. Entlang der Tour findet man immer wieder beschilderte Hinweise auf Zeugnisse aus der Vergangenheit. In die Route eingeplant ist auch der Stopp an sieben Hotels, die für die Region typische Gerichte kredenzen. Neben Bio-Fleisch, Käse aus der Gegend, aromatischen Kräutern und Desserts findet sich ein großes Angebot an schmackhaften Gerichten auf den Speisekarten.
Aber auch im Winter hält Tarvis eine Vielzahl an Outdooraktivitäten für seine Gäste bereit. Skifahrer, Snowboarder und andere Wintersportler profitieren während der kalten Jahreszeit von den herrlichen Abfahrten verschiedener Schwierigkeitsgrade. Ein unvergessliches Erlebnis bietet auch die internationale Hundeschlittenschule von Tarviso. Im Sommer ist bei dieser Dog-Trekking möglich.
Geschichtlich gesehen gehörte Tarvis bis 1918 zum Herzogtum Kärnten und zu Österreich-Ungarn. Erst danach wurde sie Italien und der Region Friaul-Julisch Venetien zugehörig. Durch die Lage von Tarvisio an der Grenze zu Österreich und Slowenien ist die Stadt ein Schmelztiegel der Kulturen der drei Länder. Eine Gegebenheit, die sich auch in der gesprochenen Sprache der Stadt niederschlägt – so gibt es hier vier Amtssprachen: Italienisch, Deutsch, Friulanisch und Slowenisch. Neben der Sprachenvielfalt macht sich der Ländermix vor allem in der Küche bemerkbar. Diese umfasst nämlich friaulische, Kärntner und slowenische Spezialitäten.