Das Brot der Straßenmusiker ist hart verdient. Es gilt gegen die Geräuschkulisse von Kehrmaschinen und Straßenbahnen anzuspielen. Passanten wollen zu einem kurzen Innehalten bewegt werden und eine leere Spendenbox soll nach einem Auftritt vor Münzen klingeln.
Am gestrigen Nachmittag wurden solche Boxen im Rahmen der letzten diesjährigen Sommer-Aktion der Kleinen Zeitung für einen guten Zweck gefüllt: Sechs steirische Musikformationen erspielten an sechs Standorten in der Grazer Innenstadt Spenden für „Steirer helfen Steirern", darunter die Bands City Lights Calling, Pizsebpaulo, Second Hemd, Steirerkanonen, The Rootups sowie Solo-Künstler Gernot Schreithofer. Wie viel gespendet wurde, war bei Redaktionsschluss noch nicht ausgezählt.
Es ist 15 Uhr als das klangvolle Treiben mit Rock, Pop, Jazz und Volksmusik startet. Und es lässt sich ein typisches Schema der erfolgreichen Straßenkunst erahnen: Um die erste Handvoll Passanten gilt es sehr hart zu kämpfen. Doch bleiben diese stehen, verdichtet sich die Menge rasch. Drei Dutzend Fußgänger werden so etwa bei City Lights Calling an der Ecke Rathaus/Schmiedgasse schnell zum bemerkenswerten Auditorium. Andernorts sorgen fast zeitgleich die Steirerkanonen mit Volksmusik für Applaus. Eine Fußgängerin versetzt dies lautstark in Vorfreude: „Seid’s es eh beim Aufsteirern a, ha?"
Auch für die Musiker sind die zwei Stunden spannend. Das neu gegründete Duo Pizsebpaulo etwa sah die Aktion als Live-Probe. Der geübte Straßenmusiker Gernot Schreithofer bemerkte, dass die Spendenbox noch mehr Publikum anlockte.