Als es die gebürtige Steirerin Regina Rauch-Krainer vor rund 25 Jahren nach Kärnten verschlug, sei ihr eines schlagartig bewusst geworden: Nämlich wie privilegiert die Kärntnerinnen und Kärnten sind, weil sie „in Tagesdistanz unheimlich schöne Destinationen im gesamten Alpen-Adria-Raum erreichen können", erzählt sie. Diese Erkenntnis und ihre angeborene Neugierde waren die Ausgangsbasis für die Idee, ein eigenes Reisebüro TLS Reisekultur in Klagenfurt zu gründen. Mit dem Ziel, den Menschen die verborgenen Schätze dieses Kulturraumes näher zu bringen.
Rauch-Krainer, deren Lebensfreude – „Ich finde es super, zu leben“ – wahrlich ansteckend ist, hat in Graz studiert, ist Betriebswirtin, hat im Bereich Kulturmanagement den „Master of Science“ gemacht und war lange Jahre für die Österreichwerbung in Wien, Berlin und Straßburg und bei der Internationalen Werbe- und PR-Agentur „Ogilvy & Mather“ tätig. Mit dem eigenen Reisebüro, das vor allem Tagesfahrten nach Slowenien, Friaul und Venedig anbietet, hat sie sich nicht nur eine tolle Gelegenheit geschaffen, „ihre naive Begeisterungsfähigkeit“, wie sie es nennt, an andere Menschen weiterzugeben, sondern auch ihre größte Leidenschaft – das Reisen und Aufspüren ungewöhnlicher Orte – sprichwörtlich zu leben. „Ich bin eine richtige Schnüfflerin und fast nie eine Woche durchgehend an einem Ort“, sagt sie, und auch diese Woche wird man sie nicht in Kärnten, sondern in Venedig antreffen. Nicht als Reiseleiterin, sondern als Ruderin. Denn seit einem Jahr ist sie Mitglied in der „Reale Società Canottieri Bucintoro“, dem ältesten Ruderclub (gegründet 1882) der Lagunenstadt und wird beim traditionellen „Festa del Redentore“ am Samstag mit dabei sein. „Das Erlöserfest, an dem rund 2000 Boote beteiligt sind, wird seit 1577 jedes Jahr gefeiert, als Dank für die Befreiung von der längsten Pestwelle der Lagunenstadt“, erzählt Rauch-Krainer, für die sich durch das Rudern eine völlig neue Venedig-Welt eröffnet hat. „Man kann dabei die Nähe zur Lagune so richtig spüren.“ Das sei ein ungeheures Privileg und eines, das sie bei jedem Venedigbesuch – die Lagunenstadt ist für sie mittlerweile neben Kärnten und Wien zu einem weiteren Mittelpunkt geworden – ausnützt.
Mehr Zeit fürs Dolce Vita
Neben dem Reisen zählt auch das Schreiben zu ihrer Leidenschaft. Für das Reiseressort der Kleinen Zeitung verfasst sie immer wieder Kolumnen unter dem Motto „Streng geheim“ und seit 38 Jahren schreibt sie täglich Tagebuch. „Das ist ein fixes, morgendliches Ritual.“ Woran sie noch arbeiten möchte, sei, eine Balance zu finden „zwischen den 1000 Dingen, die mich interessieren und Zeit fürs Dolce Vita“, sagt Rauch-Krainer, die auch besonders stolz auf ihren Sohn Felix (25) ist, der sich als Umweltschützer (Planet Matters) einen Namen gemacht hat.