Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Und für Helga Kreiner ist es die Tür zu ihrem Café Memino in Kapfenberg, das sie Mitte Juni aufgesperrt hat. Die Idee dazu schlummerte schon länger in ihr, bis zur Umsetzung hat es aber gedauert.
„Ich bin 30 Jahre lang durch die Region gefahren und habe Tupper-Ware verkauft“, sagt Kreiner. Mit dem Konkurs der Kultmarke waren die bekannten Tupper-Partys und der Vertrieb in Österreich allerdings 2025 zu Ende. „Da ist dann irgendwo schon etwas für mich zusammengebrochen“, erinnert sich Kreiner. Für sie sei es schließlich nicht nur ein Job gewesen. „Die ganzen tollen Begegnungen und das Unter-Leuten-Sein haben mich begeistert.“
Viel Spielfläche für Kinder
Der Pensionsantritt kam für die Dame aus St. Katharein nach der Tupper-Karriere so nicht infrage. „Ich wollte irgendwas machen, den Gedanken, ein Café aufzusperren hatte ich sowieso schon länger.“ Als der ÖZIV in Kapfenberg schließlich vom Lindenplatz umsiedelte und die dortigen Räumlichkeiten frei wurden, fiel die Entscheidung: „Ich nehme es.“
Beim Konzept gab es für Kreiner Inspiration von ihren beiden Töchtern. „Als junge Mütter ist es ihnen aufgefallen, dass es gar nicht so einfach ist, ein Lokal zu finden, wo man sich mit den Kindern wohlfühlt. Und so ist die Idee eines Familiencafés gekommen“, berichtet die vierfache Oma. In ihrem Lokal gibt es großzügige Spielflächen, gar einen eigenen Stock dafür, und mit Kreiner jemanden, der sich in der Rolle der Oma sehr wohlfühlt: „Es ist schön zu sehen, wenn es so wuselt im Lokal und die Kinder, aber auch die Eltern, eine schöne Zeit bei uns haben.“
„Jeder gehört zu einer Familie“
Eine weitere schöne Beobachtung, die die nunmehrige Café-Betreiberin gemacht hat: „Es kommen nicht nur Familien mit kleinen Kindern, sondern auch viele andere Herrschaften, die sich freuen, wenn was los ist und die Jüngsten mit viel Energie durchs Café flitzen. Außerdem sage ich immer: Jeder gehört zu einer Familie.“ So hat auch der Name des Lokals Familien-Bezug. „Ich habe es nach meiner Mutter benannt, zu der ich immer ‚Memi‘ gesagt hab. Die versüßte Version ist dann Memino geworden.“
Verköstigt wird man bei Kreiner übrigens mit hausgemachten Mehlspeisen, Frühstücksvariationen sowie allem, das das Kaffeeherz höher schlagen lässt. Geöffnet ist Dienstag bis Samstag. Die Rückmeldungen bisher? „Die haben mich wirklich sehr gefreut. Viele Familien haben gesagt, dass sie genau nach so einem Ort gesucht haben. Manche kommen auch von Leoben oder Frohnleiten zu uns.“