Die einen erstarren vor Angst, andere beobachten sie fasziniert. Gewitter, die mit Blitz und Donner übers Land ziehen. Und vor allem in der Oststeiermark haben sie besonders viele Blitze im Gepäck. Laut der österreichischen Unwetterwarnzentrale (UWZ) belegten die Bezirke Hartberg-Fürstenfeld (25 Blitze/Quadratkilometer) und Weiz (23 Blitze/Quadratkilometer) 2025 Platz zwei und drei bei den blitzreichsten Bezirken Österreichs. Gemessen und geortet werden diese vom Blitzortungssystem Aldis.

„Das ergibt sich aus der geografischen Lage. Das geht vom Osten der Steiermark bis ins Grazer Bergland. Alles, was im Kesselbereich liegt, ist sehr extrem“, erklärt Thomas Hadler. Der Elektriker betreibt seit 2005 „Der Blitz“ in Thannhausen, hat aber schon seit 1994 im Blitzschutzbau Erfahrung gesammelt.

Spürt man denn die Nachfrage, wenn man in einer der blitzreichsten Gegenden Österreichs Blitzableiter anbietet? „Ja, das bestätigen mir auch die Kunden.“

Die Kosten für eine Blitzschutzanlage belaufen sich bei rund 1 bis zu 1,5 Prozent der Gesamtbausumme, führt Hadler aus. „Im Auto hat auch Sicherheitsgurt und Airbag. Und ein Blitzableiter ist der Airbag fürs Haus“, erklärt der Fachmann, der unter anderem die Asfinag zu seinen Kunden zählt.

2025: In HF im Schnitt 25 Blitze/Quadratkilometer

Hier blitzt‘s besonders oft: 2025 lagen Hartberg-Fürstenfeld (25 Blitze pro Quadratkilomter) und Weiz (23 Blitze pro Quadratkilomter) auf den Plätzen zwei und drei der blitzreichsten Bezirke Österreichs. (Messzeitraum 1. Juni bis 31. August)
Hier blitzt‘s besonders oft: 2025 lagen Hartberg-Fürstenfeld (25 Blitze pro Quadratkilomter) und Weiz (23 Blitze pro Quadratkilomter) auf den Plätzen zwei und drei der blitzreichsten Bezirke Österreichs. (Messzeitraum 1. Juni bis 31. August) © Ubimet

Indirekte Blitzschläge, die zu Überspannungen führen, sorgen jedes Jahr für Schäden in Millionenhöhe. Betroffen sind Elektrogeräte in Haushalten, bäuerlichen Betrieben, Unternehmen. „Mit einer Spannung in der Größenordnung von einer Million Volt, einer Stromstärke von bis zu 100.000 Ampere und einer Temperatur von 30.000 Grad Celsius im Blitzkanal ist ein Blitz in der Lage, brennbares Material nahe seiner Bahn zu entzünden“, wird die zerstörerische Kraft im Fachmagazin „Haus und Eigentum“ geschildert. Im öffentlichen Bereich sei der Blitzschutz daher gesetzlich vorgeschrieben, so Hadler.

Doch wer drängt in Familien auf die Investition? „Das hält sich die Waage. Die Männer, weil sie den technischen Hintergrund kennen. Die Frauen aus der Emotion heraus“, so der Experte, dessen Team drei Personen umfasst. „Der Blitz“ arbeitet aber mit 20 Klein- und Mittelbetrieben mit bis zu 80 Mitarbeitern zusammen.

Stefan Projer und Bernhard Hirmann von „Hirmann Blitzschutz“: „Wir zähmen den Blitz“
Stefan Projer und Bernhard Hirmann von „Hirmann Blitzschutz“: „Wir zähmen den Blitz“ © Carmen Oster

Wie gefährlich die himmlischen Entaldungen werden können, bringen Bernhard Hirmann und Stefen Projer von „Hirmann Blitzschutz“ mit ihrem Werbe-Slogan auf den Punkt: „Weil Blitze nicht lange fackeln.“ 2003 hat Hirmann die Firma in Burgau gegründet. „Viele sagen, wir sind eh versichert“, erklärt er. „Die zahlt aber nur den Schaden. Die Folgen, die ein Brand haben kann, sehen sie aber nicht“, so der Firmengründer, der immer wieder zum Einbau von Blitzschutzanlagen gerufen wird – nachdem der Blitz bereits eingeschlagen hat. Erfahrung macht klug.

„Das Unkontrollierte ist das größte Problem“

„Wir versuchen, die größte Energie mit unserem Blitzschutz abzuleiten“, führt Geschäftsführer Stefan Projer aus. „Das Unkontrollierte beim Blitz ist das große Problem“, fügt Hirmann hinzu. „Er fährt ein und wir zähmen ihn. Wir führen ihn über die Fangleitung zur Ableitung weiter zur Erdung. Und so kommt es zumindest zu keinem Brand.“