Die hohen Besucherzahlen kommen trotz der anhaltenden politischen Kontroversen um die Teilnahme Russlands zustande. Die Debatte hat zuletzt auch die Europäische Kommission beschäftigt, die empfahl, eine Förderung in Höhe von zwei Millionen Euro für die Biennale-Stiftung zurückzuziehen. Dies löste in Italien kritische Redaktionen aus.

Die Kontroverse spielt für viele Besucher jedoch kaum eine Rolle. Der russische Pavillon bleibt wegen der Sanktionen nach Russlands Angriff auf die Ukraine geschlossen. Viele Besucher gehen daran vorbei, lesen lediglich den Hinweis auf die Schließung oder fotografieren das Gebäude, ohne länger zu verweilen.

Zu den beliebtesten Länderpavillons zählen in diesem Jahr jene von Österreich, Japan und Spanien. Vor allem an Wochenenden bilden sich dort lange Warteschlangen, berichteten Medien. Für viele Termine seien die begehrtesten Zeitfenster bereits ausgebucht. Die Ausgabe 2026 könnte damit vor allem wegen ihres Publikumserfolgs in Erinnerung bleiben.

Die EU-Kommission hatte am Samstag empfohlen, Fördermittel in Höhe von zwei Millionen Euro für die Biennale von Venedig auszusetzen. Hintergrund ist der Streit um den russischen Pavillon bei der diesjährigen Kunstschau. Die für Technologie und Demokratie zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, Henna Virkkunen, erklärte auf der Plattform X, mit Steuergeldern finanzierte Kultur in Europa müsse demokratische Werte fördern und schützen. Diese Werte seien in Russland nicht geachtet.

Nach Angaben der Kommission hatte die EU-Kultur- und Bildungsagentur EACEA die Biennale bereits vor und nach der Eröffnung mehrfach um Erläuterungen gebeten und vor einem möglichen Verlust der Fördermittel gewarnt. Die Empfehlung der Kommission richtet sich an die EACEA, die formell über die Auszahlung der Mittel entscheidet.