Den meisten Menschen wird Melanie Jayne Chisholm inzwischen besser unter ihrem Künstlernamen Melanie C bekannt sein. Wobei die 52-jährige Britin als Mitglied der erfolgreichsten Girlband der 1990er-Jahre einst wahlweise Mel C oder „Sporty“ Spice genannt wurde. Dass innerhalb der fünfköpfigen Musikgruppe nicht immer alles eitel Sonnenschein war, erzählte Chisholm unlängst im Gespräch mit Louis Theroux in dessen Podcast.
So wäre sie beinahe schon 1996 bei den „Spice Girls“ rausgeflogen, nachdem sie im Streit über ihr Haarstyling Bandkollegin Victoria, die drei Jahre später Fußballprofi David Beckham heiraten sollte, beschimpft hatte. Selbst habe Chisholm ihre Wortwahl (“Verpiss dich!“) nicht so schlimm empfunden, dennoch folgte eine scharfe Ansprache durch Bandmanager Simon Fuller, der der damals 22-Jährigen klarmachte, dass ein weiterer Vorfall dieser Art ihr Aus bei der Gruppe bedeuten würde.
Obwohl die Band in weiterer Folge von großen öffentlichen Skandalen verschont blieb, gibt es ein Vorkommnis – ebenfalls aus dem Jahr 1996 –, an das sich die Sängerin ungern zurückerinnert: „Wir waren jung, sind den Löwen zum Fraß vorgeworfen worden. Wir haben kein Medientraining gehabt.“ Auf ebendieser Grundlage erklärte Bandkollegin Geri Halliwell damals gegenüber dem konservativen Spectator Magazine, dass die ehemalige Premierministerin des Vereinigten Königreichs, Maragret Thatcher, das „erste Spice Girl“ gewesen sei und „Girl Power“ hatte.
„Sind sehr unterschiedliche Individuen“
Für Chisholm, die die weitverbreitete Kritik an Thatchers radikal-neoliberaler Wirtschaftspolitik und dem von ihr vorangetriebenen Abbau des britischen Sozialstaates teilt, sei diese Aussage „schwierig“ gewesen, da sie von der Öffentlichkeit als Einstellung der gesamten Girlband wahrgenommen wurde.
Dabei seien die fünf „Spice Girls“-Mitglieder sehr unterschiedliche Individuen mit unterschiedlichen Backgrounds und Erfahrungen gewesen. Ihre Ablehnung gegenüber Thatcher – „alleine den Namen zu sagen, erfüllt mich mit Grauen“ – begründet „Sporty Spice“ mit ihrer Verbundenheit zur Arbeiterklasse: „Ich bin im Nordwesten Englands aufgewachsen. Meine gesamte Familie stammt aus Liverpool. Auf beiden Seiten meiner Familie haben die Männer an den Docks gearbeitet und das seit Generationen.“
Wer die 52-Jährige noch heuer als Melanie C live in Österreich erleben möchte, hat im Herbst die Chance dazu. Da gastiert die Solokünstlerin am 4. und 5. September im Rahmen des Beatpatrol Festivals in der Wiener Galopprennbahn Freudenau. Tickets sind ab 102,90 Euro erhältlich.