„Der große Vogel“, wie der erste Teil der Ausstellungsreihe benannt ist, befindet sich im Lichthof. Eigentlich ein Mischwesen – Kopf eines Bartgeiers, Flügel einer Motte und Blaufußtölpel-Beine –, soll das „Krake“ genannte Tier nach einem Konzept der Künstlerinnen Catherina Jarau, Laila Reichenpfader und Anna Mora Moll demnächst und im Rahmen von Performances „freigelassen“ werden. Der Krakenvogel wird sich zusehends auch noch transformieren und steht symbolisch für eine sich wandelnde Natur.

Angeregt durch einen Vortrag des Philosophen Báyó Akómoláfé über den Vogel Ziz, der mit Luft und Atmosphäre assoziiert wird, haben die Kuratoren Margarethe Makovec und Anton Lederer vier Präsentationen geplant. Die rezente handelt von mythologischen und mystischen Wesen, die mit dem Wandel von Kulturen respektive der Natur verbunden sind. Teil der Schau ist auch die installierte Saatgutbibliothek „Ayocotl“ aus der getauscht und gepflanzt werden soll.

Phantastische Pflanzen, Tiere und Menschen

Neben Arbeiten etwa eines Dutzends beteiligter Künstlerinnen und Künstler ist es eingangs eine Wandmalerei der Philosophin und Künstlerin Elisabeth von Samsonow, die mit zahlreichen Freunden gegen die Errichtung von Windenergieanlagen im Brutgebiet von See- und Steinadlern opponiert. Das Panorama „Buchberg Epos“ ist deshalb auch der Seeadlerin Titiana und der Kaiseradlerin Diana gewidmet. Glasobjekte und Malerei von Vanja Krajnz sind mit „In the Deep Woods“ benannt und zeigen imaginierten Wald, darin phantastische Pflanzen, Tiere und Menschen, die sichtlich auch von Wetterphänomenen betroffen sind. An der Wand eine Weltkarte, die aus Schafvlies und Handspindeln besteht. Ökosysteme, so die aus Budapest stammende Aliz Farkas, veränderten sich nicht zuletzt infolge von Vieh- und Weidewirtschaft. Dennoch, so ihr Schluss und Titel der Arbeit: „Die Welt spinnt weiter.“

Eine Parabel über Enden und Anfänge, die wir noch nicht kennen. Teil 1, Der große Vogel. Bis 5. September (Sommerpause 1.8. bis 24. 8.) bei < rotor >, Volksgartenstraße 6a, Graz. rotor.mur.at