Die Nachricht schlug in der weltweiten Tennis-Community ein wie eine Bombe. So wurden Pläne der ATP bekannt, wonach die Doppel-Bewerbe ab 2028 extrem beschnitten werden sollen. Konkret könnte die Umsetzung wie folgt aussehen: Ausgenommen die Masters-Events sollen bei sämtlichen ATP-Turnieren die Hauptfelder auf nur noch acht teilnehmende Paare reduziert werden, auf der Challenger-Tour nur noch jene Spieler, die im Einzel antreten, auch im Doppel spielberechtigt sein.

Zudem soll die Preisgeld-Aufteilung von derzeit 80 (Einzel) zu 20 (Doppel) auf 90 zu 10 geändert werden. Wird dieses Vorhaben tatsächlich schlagend, würde es allen Doppelspielern außerhalb der Top 30 die Lebensgrundlage entziehen. Hintergrund ist natürlich einmal mehr das liebe Geld. So würde die Kosten-Nutzen-Rechnung im Doppel nicht aufgehen, weil sich das Interesse der Fans in Grenzen hält. Einzige Ausnahme wären Lokalmatadore.

Die Grand Slams halten dagegen

Was diesen Plänen gegenübersteht, ist die Tatsache, dass alle vier Grand-Slam-Turniere das Herrendoppel in seiner jetzigen Form erhalten wollen. Der Hintergrund dieses Standpunkts liegt auf der Hand: Bei den Majors braucht es die Doppelpartien, um den Besuchern vor allem in der zweiten Turnierwoche auch auf den Außenplätzen noch Spitzensport bieten zu können, wenn die Einzel-Matches nur noch in den großen Stadien ausgetragen werden. 

Die Doppel-Asse haben bereits reagiert und in den sozialen Netzwerken einen Aufruf gegen diese ATP-Pläne gestartet. In einer anderen Aussendung heißt es im Namen der Spieler: „Doppel ist keine Randerscheinung auf dem Jahrmarkt. Es ist einer der erfolgreichsten Bereiche des Tennis, fester Bestandteil des Amateursports und hat noch viel mehr Potenzial. Die Vorschläge der ATP werden jedoch die sportliche Exzellenz des Profi-Doppels schmälern und den Nachwuchs an Profi-Doppelspielern sowie die gesamte dazugehörige Infrastruktur zum Erliegen bringen.“

Laut Spielern hätte die ATP erklärt, dass die Doppelbewerbe finanzielle Verluste einfahren würden. Den Vorschlag, dass sich die Profis an der Vermarktung beteiligen würden, hätte die Spielervereinigung jedoch mehrfach abgelehnt. Dabei würde man nicht nur den Athleten ihrer Existenzgrundlage berauben, auch Trainer, Betreuer, Physiotherapeuten sowie nationale Verbände wären betroffen. „Die ATP betont gerne, dass Tennis wirtschaftlich so erfolgreich wie nie zuvor sei. Doch genau jetzt ist der falsche Zeitpunkt, um eine seiner wichtigsten Säulen zu schwächen. Anstatt uns zu rechtlichen Schritten zu zwingen, fordern wir die ATP auf, diese Vorschläge zu stoppen und sich mit uns, ihren Mitgliedern, zusammenzusetzen, um unseren fantastischen Sport aktiv weiterzuentwickeln und zu fördern“, heißt es abschließend.

Und weiter heißt es in der Aussendung: „Der Tennissport boomt, was den Zeitpunkt der Entscheidung schwerer zu rechtfertigen macht. Die ATP selbst bezeichnet 2025 als Meilenstein: Mit einem Rekord von 5,55 Millionen Zuschauern vor Ort, einem weltweiten Fernseh- und Streaming-Publikum von über einer Milliarde Menschen und Rekordgehältern für die Spieler. Weltweit spielen über 100 Millionen Tennisspieler – ein Anstieg von mehr als 25 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Die Abschaffung des Doppelwettbewerbs ist keine Reaktion auf einen schrumpfenden Sport, sondern eine bewusste Entscheidung innerhalb eines wachsenden Sports.“