Es beginnt oft mit rauen, verhornten Stellen an den typischen Sonnenterrassen des Körpers, also im Gesicht oder auf der Kopfhaut, am Dekolleté, an Händen oder Armen. Daraus können in der Folge rote Hautstellen oder Knötchen werden, die im weiteren Verlauf aufbrechen und zu offenen Wunden werden, die nicht abheilen. Die Rede ist vom sogenannten weißen Hautkrebs und seinen Vorstufen, den aktinischen Keratosen. Im Unterschied zum „schwarzen Hautkrebs“, dem Melanom, wächst der weiße Hautkrebs in den meisten Fällen langsam und breitet sich nur selten im Körper aus. Aber: Auch diese Hautveränderungen können einen großen Leidensdruck für Patienten bedeuten. Und: Nicht alle Formen sind harmlos.
Es gibt auch hochaggressive Tumore
„Ja, es ist schade, dass der weiße Hautkrebs so wenig Beachtung in der öffentlichen Wahrnehmung findet, denn die Erkrankung kann für Betroffene sehr belastend sein und in manchen Fällen auch gefährlich werden“, sagt Teresa Maria Kränke, Hautkrebsspezialistin am Uniklinikum Graz. Die häufigsten Formen des weißen Hautkrebses heißen Plattenepithelkarzinom und Basalzellkarzinom (siehe Infobox). „Daneben gibt es aber auch sehr seltene, aber sehr aggressive Formen, wie das Merkelzellkarzinom, einer der gefährlichsten Hauttumoren überhaupt“, erklärt Kränke. Beim Plattenepithelkarzinom gebe es ebenso aggressive Unterformen, bei denen zielgerichtete Krebstherapien notwendig seien. Oder, wenn der weiße Hautkrebs schon weit fortgeschritten oder nicht operativ entfernt werden kann, können auch Krebstherapien wie die Immuntherapie zum Einsatz kommen.
Betroffene älter, häufig mehrfach erkrankt
In den meisten Fällen lässt sich der weiße Hautkrebs allerdings vollständig operativ entfernen – doch da es sich meist um sensible Bereiche am Kopf oder am Dekolleté handelt, können diese Eingriffe belastend sein. Dazu kommt: Der weiße Hautkrebs ist eine Erkrankung des höheren Alters, denn ausgelöst wird er durch die UV-Strahlung, die wir ein Leben lang sammeln. „Das heißt, viele Betroffene sind schon hochaltrig, leiden bereits an mehreren Erkrankungen und die operativen Eingriffe gestalten sich daher schwierig“, sagt Kränke. Für die Vorstufen, die aktinischen Keratosen, stehe eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, von Kälte- über Lasertherapie bis zu Salben, die zum Absterben der entarteten Zellen führen.
Und: Mit einer Entfernung ist es oft nicht getan, die Sonnenschäden betreffen ja meist nicht nur eine einzelne Stelle im Gesicht, sondern treten häufig immer wieder und an vielen Hautstellen auf. Die beste Vorsorge ist: der Sonnenschutz, der von jüngstem Alter an beherzigt werden sollte. Dabei geht es nicht nur darum, den Sonnenbrand zu vermeiden: „Auch die Bräunung der Haut ist ein Zeichen, dass bereits ein Sonnenschaden geschehen ist“, betont die Expertin. Gerade auf den Sonnenterrassen des Körpers sollte man daher nicht nur im Hochsommer, sondern auch in Frühling und Herbst an den Sonnenschutz denken. „Die tägliche Sonnencreme schützt nicht nur vor Hautkrebs, sondern auch vor Falten“, betont Kränke.