Manche nennen es gar ein „Experiment“, das auf Kosten unserer Kinder weltweit durchgeführt werde: Jedenfalls sind der richtige Umgang mit Handys, vor allem aber die Gefahren einer exzessiven Nutzung dieser verführerischen Geräte in aller Munde. Ob in Australien, wo die Regierung das gültige Social-Media-Verbot nun gar noch verschärfen will – oder in Österreich, wo heuer im Frühjahr etliche Schülerinnen und Schüler bei der Initiative „Drei Wochen ohne Smartphone“ mitmachten.
Was aber wäre, wenn Volksschulkinder gar kein mobiles Gerät zum Wischen besitzen – also freiwillig und möglichst geschlossen darauf verzichten, beglaubigt mit ihrer Unterschrift sowie dem „Autogramm“ ihrer Eltern? Diesen Vorstoß machten Thomas Vlk. und Markus Bauer im Sommer 2025: Wie berichtet, starteten die beiden Grazer, selbst Väter von Volksschulkindern, nach „schockierenden Vorträgen“ über mögliche Folgen einer intensiven Smartphone-Nutzung diese Initiative. Der wesentliche Gedanke dahinter: Wenn möglichst viele Kinder einer Klasse ohne Smartphone auskommen (ein simples Tastenhandy zum Erreichbarsein sollte drin sein), würde es „den Druck von allen nehmen“.
13 Klassen machten mit
13 Klassen an den Grazer Volksschulen Krones, Waltendorf, Straßgang und Sacré Coeur machten schließlich mit. Geschlossen? Das lasse sich schwer sagen, erklären Bauer und Vlk: „Denn einzelne Eltern waren mit ihren Kindern bereit, mitzumachen, doch sie wollten aus verschiedensten Gründen nicht unterschreiben.“ Doch so oder so habe sich wie erhofft gezeigt, dass das Interesse von Mamas und Papas groß ist – „und der Verzicht den Kindern leichter fällt, wenn mein Sitznachbar oder Freund auch kein Smartphone hat.“ Neben den vier erwähnten Volksschulen komme ab Herbst auch die Viktor-Kaplan-Schule mit ersten Klassen dazu, „außerdem werden wir dort auch bei den Elternabenden für die zweiten und dritten Klassen unsere Idee präsentieren“, freuen sich Vlk und Bauer.
Unterstützt wurden die beiden vom Grazer Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP): „Wenn Eltern selbst Verantwortung übernehmen und andere Familien für ein so wichtiges Thema sensibilisieren, entfaltet das eine besondere Glaubwürdigkeit und Wirkung“, so Hohensinner, der zuletzt auch wiederholt die Frage stellte, ob ein Smartphone-Verbot für Unter-14-Jährige nicht auch im Jugendschutzgesetz verankert werden soll. Daher unterstütze er ganz bewusst derartige Initiativen, um „gemeinsam dafür zu sorgen, dass sie möglichst viele Familien erreichen“. Die Kinder aller teilnehmenden Volksschulen erhalten als Dank und Motivation zum Dranbleiben eine eigene Urkunde.