Vier Fahrzeuge wurden zerstört. Die Lage sei angespannt, da aus dem Hang noch Material nachrutschen kann und für Montag sowie die kommenden Tage weitere kräftige Gewitter vorhergesagt sind. Ob weitere Evakuierungen notwendig werden, hänge von der Wetterentwicklung ab. Feuerwehr, Zivilschutz und Behörden arbeiten mit Hochdruck daran, in kürzester Zeit mehrere hundert Kubikmeter Material zu entfernen, um ein erneutes Abgehen der Geröllmassen zu verhindern und die Bevölkerung bestmöglich zu schützen. Neben dem Burggrafenamt führten die heftigen Unwetter am Sonntag auch im Vinschgau zu Murenabgängen und Straßensperren. Straßen, Apfelplantagen und Privatgrundstücke wurden verschüttet. Die Einsatzkräfte beseitigten Schlamm und Geröll, pumpten überflutete Bereiche aus und sicherten die Verkehrswege.

Heftige Unwetter hatten Sonntagabend auch die lombardischen Alpenregionen Valtellina und Valchiavenna getroffen und den Bahn- und Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt. Starkregen, Orkanböen und Hagel führten zu Überschwemmungen, Erdrutschen und umgestürzten Bäumen. Zahlreiche Keller und Garagen liefen voll Wasser. Mehrere Straßen mussten wegen kleinerer Erdrutsche vorübergehend gesperrt werden. Auch der Bahnverkehr wurde unterbrochen. Für tausende Ausflügler, die nach einem Wochenende in den Bergen die Heimreise antraten, endete der Sonntag mit erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Heftige Gewitter und Wolkenbrüche erfassten Sonntagabend auch weite Teile der norditalienischen Region Piemont. Betroffen waren vor allem die Stadt Turin sowie große Teile der Provinzen Turin, Cuneo und Alessandria. Starkregen führte örtlich zu überfluteten Straßen. Die Unwetter beendeten einen außergewöhnlich heißen Tag. In Turin wurden Temperaturen von bis zu 38 Grad gemessen, in Alessandria stieg das Thermometer auf 40 Grad.

Unter der starken Hitzewelle stöhnt weiter Süditalien. In Rom und Neapel wurden Temperaturen um die 40 Grad gemeldet. Ein 75-jähriger Mann starb am Strand von Cala Liberotto auf Sardinien, nachdem er unter einem Sonnenschirm einen Schwächeanfall erlitten hatte. Angesichts der anhaltenden Hitzewelle bauen zahlreiche italienische Städte ihre Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen aus. Kostenlose Schwimmbäder, klimatisierte Bibliotheken und Museen sowie öffentliche Gebäude dienen zunehmend als sogenannte "Klimazufluchtsorte".