Der Sprung vom Ausflugsboot ins Wasser und das Erklettern der Trisselwand, die Regisseur Julian Pölsler seinem Gast augenzwinkernd als mögliche Rollenaufgaben in Aussicht stellt, bleiben Filmnovize Helmut Fink-Neuböck zwar erspart. Doch die drei Szenen – inklusive Sprechrolle – sind ohnehin aufregend genug.
Vom Krimi-Fan zum „Kornhäusl“
Die Komparsenrolle im siebten Altaussee-Krimi „Letzter Tropfen“ ersteigerte Fink-Neuböck bei der „Herzenswunschauktion“ von Caritas Steiermark und „Steirer helfen Steirern“, deren Erlös notleidenden Menschen in der Steiermark zugutekommt. Beruflich investiert Helmut Fink-Neuböck für ein regionales Bankunternehmen in Start-ups. Neues auszuprobieren und Besonderes zu entdecken, liegt ihm also gewissermaßen im Blut. „Ich bin von Natur aus neugierig und immer bereit, ,verrückte‘ Ideen auszuprobieren“, bekennt der Steirer, der an diesem Tag auf den Namen „Kornhäusl“, hört. Das Exponat sei ihm beim Durchblättern der Kleinen Zeitung sofort ins Auge gestochen: „Ich mag die heimischen Krimis irrsinnig gern, bei denen man die Gegend sieht, die Leute erlebt, den Lokalkolorit von Österreich spürt, da habe ich mir gedacht: Da steigere ich mit. Und heuer habe ich den Betrag so hoch angesetzt, dass es ziemlich sicher etwas wird“, schmunzelt er. Denn: „Am Ende gewinnen ja alle dabei.“
Hinter den Kulissen
Dass er sich auf dem Bootssteg am Altausseer See und an Bord des Schiffes rasch zurechtfindet, ist auch der eingespielten Filmcrew zu verdanken. Jeder Handgriff sitzt, Teamarbeit ist hier kein Schlagwort, sondern gelebter Alltag. Und natürlich Regisseur Julian Pölsler, der sich im vergangenen Jahr sofort bereiterklärt hat, ein Exponat zur Auktion beizusteuern: „Wie ich gehört habe, dass die Kleine Zeitung solch eine Aktion macht, habe ich mir gedacht, das wäre doch eine Möglichkeit für mich als Steirer, dem die Steiermark und die Steirer sehr am Herzen liegen, etwas zur Verfügung zu stellen.“ Und so bleibt „Kornhäusl“ nicht – wie ursprünglich geplant – stumm: Der Regisseur schreibt ihm kurzerhand sogar einen kleinen Dialog ins Drehbuch.
Auch wenn die Sommerhitze am Drehtag schwer über dem Ausseerland liegt, bleibt Johannes Zeiler, der als Dorfpolizist Gasperlmaier stundenlang in seiner Uniform steckt, gelassen. Ein Profi eben. Das gilt ebenso für Aglaia Szyszkowitz, Julian Kroske, Lia Wilfing, Christian Recklies, Katja Bellinghausen-Hengl, Christoph Künzler und Sylvie Rohrer. Sie proben jede Szene mehrfach, bis ein „Und … bitte!“ die Aufnahme ankündigt. Was auf dem Bildschirm später so leichtfüßig und selbstverständlich wirkt – das ist nach diesem Einblick auf dem Filmset klar – ist das Ergebnis intensiver, konzentrierter Arbeit all jener, die mit großer Präzision und ebenso viel Leidenschaft dafür sorgen, dass aus einzelnen Einstellungen eine Geschichte wird, die ihre Zuschauer fesselt. „Die Detailversessenheit, das Durchhaltevermögen und die Professionalität haben mich schwer beeindruckt. Und dennoch ist der Umgang herzlich und wertschätzend“, zeigt sich auch Helmut Fink-Neuböck nach Drehschluss begeistert.
„Danke, die haben wir“
Nach mehreren Klappen folgt schließlich das zufriedene Urteil des Regisseurs: „Danke, die haben wir.“ Wie die beeindruckende Arbeit aller Beteiligten auf dem Bildschirm ausschaut – und wer die drei Leichen auf dem Gewissen hat –, erfahren die Zuschauerinnen und Zuschauer im Herbst, wenn der „Letzte Tropfen“ auf Servus TV ausgestrahlt wird. Und wir schließen uns Julian Pölsler an: „Danke, die haben wir.“ Nämlich eine außergewöhnliche Erfahrung, so wie sie die Herzenswunschauktion Jahr für Jahr mit immer neuen Überraschungen möglich macht.