Sie sind verletzt, haben den Sprung in den Kader nicht geschafft oder sich mit ihren Nationalteams nicht qualifiziert - bei der am 11. Juni beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft werden einige Stars fehlen. Allen voran Georgiens zweifacher Champions-League-Gewinner Khvicha Kvaratskhelia oder Polens Altmeister Robert Lewandowski, deren Teams in der Qualifikation scheiterten. Wie so oft ließe sich aus dem Reservoir ein schlagkräftiges WM-Team zusammenstellen.

Bei der EM vor zwei Jahren drang Kvaratskhelia mit dem Endrundendebütanten noch bis ins Achtelfinale vor, für die erstmalige WM-Teilnahme reichte es in Qualigruppe E hinter Spanien und der Türkei aber nicht. Seit Jänner 2025 wirbelt der 25-jährige Flügel-Dribblanski, in Anlehnung an Legende Diego Maradona auch Kvaradona genannt, für Paris Saint-Germain und jubelte heuer über den zweiten CL-Triumph mit den Franzosen.

Die verpasste WM-Qualifikation Polens dürfte auch das Ende der Ära von Lewandowski im polnischen Team bedeuten. Der 37-Jährige gab sein Auswahldebüt 2008. Seitdem bestritt der ehemalige Kicker von Bayern München und des FC Barcelona 165 Länderspiele, in denen ihm 89 Tore gelangen - in beiden Statistiken ist er Rekordhalter seines Heimatlandes. Nach dem jüngsten Quali-Aus deutete der zweifache FIFA-Weltfußballer sein endgültiges Ende bei den Weiß-Roten an.

Donnarumma und Co. wieder nur Zuschauer

Gianluigi Donnarumma, der Weltklasse-Tormann von Manchester City, gehört wie Nicolo Barella, Alessandro Bastoni (beide Inter Mailand) oder Riccardo Calafiori (Arsenal) zweifellos zu Europas Spitzenpersonal. Eine WM ist ihnen kurioserweise aber weiter nicht vergönnt. Zum dritten Mal in Folge brachte die Squadra Azzurra das Kunststück zuwege, die WM-Endrunde zu verpassen. Das stolze Fußballland kiefelt nach dem Aus im Play-off gegen Bosnien und Herzegowina an seiner chronischen Erfolglosigkeit und ortet gravierende Probleme im System.

Benjamin Sesko, der 23-jährige Ex-Salzburger und nunmehrige Legionär in Diensten Manchester Uniteds, scheiterte mit Slowenien in der Qualifikation deutlich. Der WM-Achtelfinalist 2024 kam in Gruppe B hinter der Schweiz und dem Kosovo zu liegen, dem Stürmer gelang kein einziger Treffer. Mit Dominik Szoboszlai fehlt ein weiterer ehemaliger Bulle. Der 25-jährige Liverpool-Offensivmann muss mit Ungarn weiter auf seine erste WM warten. Er teilt das Los mit seinem Teamkollegen bei den Reds und bei Ungarn, Verteidiger Milos Kerkez.

Aus außereuropäischer Sicht spannend ist die verpasste Qualifikation Nigerias, das eigentlich einen der stärksten afrikanischen Kader stellt. Damit fehlen auch die beiden Topleute der Super Eagles: Victor Osimhen von Galatasaray Istanbul und Ademola Lookman von Atletico Madrid.

Vom Verletzungsteufel erwischt: Gnabry und Co.

Mit dem 30-jährigen Serge Gnabry fehlt Deutschland am Flügel ein Routinier, der zuletzt für Bayern München eine starke Saison spielte und wohl auch bei der WM eine wichtige Rolle eingenommen hätte. Mitte April zog sich der 59-fache DFB-Teamkicker eine Adduktorenblessur zu und muss wie schon bei der WM 2018 und der Heim-EM 2024 verletzungsbedingt passen. „Ganz bitter“, sagte DFB-Teamchef Julian Nagelsmann. Ähnlich klang Xavi Simons nach seinem Kreuzbandriss im April. „Das Leben kann grausam sein“, kommentierte der 23-jährige Niederländer, dem bei der EM 2024 der Durchbruch auf großer Bühne gelungen war.

Dasselbe Schicksal ereilte schon im März Real Madrids Stürmer Rodrygo. Der 25-Jährige gehörte bei der WM 2022 in Katar zum Stamm Brasiliens, muss diesmal aber zuschauen. Sein Landsmann Eder Militao laboriert seit April an einer Muskelverletzung, auch er war beim Viertelfinal-Aus 2022 noch dabei. Liverpool-Stürmer Hugo Ekitike wiederum steht Frankreichs Auswahl aufgrund eines Achillessehnenrisses nicht zur Verfügung. 2025/26 gelangen dem 23-Jährigen immerhin elf Tore in der Premier League, ehe ihn im April die Verletzung das WM-Ticket kostete.

Frankreich und Brasilien mit Luxusproblemen

Nur wenige Nationalteams sind in der glücklichen Lage, so manchen Topspieler nicht einberufen zu müssen. Das Überangebot in Frankreich und Brasilien etwa sorgt dafür, dass bei der Equipe Tricolore u.a. Juventus-Mittelfeldmann Khephren Thuram und Tottenham-Stürmer Randal Kolo Muani nicht dabei sind. Aufseiten der Selecao fehlen u.a. Eduardo Camavinga (Real Madrid), Joao Pedro (Chelsea) oder Gabriel Jesus (Arsenal).