Alles steht bereit. Das neue Luxushotel erhält noch den letzten Feinschliff, bevor endlich die große Eröffnungsfeier stattfinden kann. Von der Feier, die heuer eigentlich hätte stattfinden sollen, fehlt in Stallhofen aber jede Spur. Am 13.256 Quadratmeter großen Grundstück in der Gemeinde Moosburg passierte bisher wenig, hinter den Kulissen dafür umso mehr.

Valide Informationen zum Status quo um das geplante Fünf-Sterne-Hotel mit 120 Zimmern und 39 „Residenzwohnungen“ gibt es kaum. „Das Projekt liegt auf Eis“, hört man aus einem Architekturbüro, das in die Planung involviert ist. 80 Millionen Euro wollten die Priora-Gruppe sowie die Real Finance Holding GmbH in den Bau investieren. Doch dieser Zusammenschluss existiert nicht mehr.

Ein Unternehmen aus Projekt ausgestiegen

Der Blick in das Firmenbuch der PRF Luxury Leisure Hotel Moosburg GmbH, die für das Hotelprojekt gegründet wurde, offenbart den Ausstieg der Real Finance Holding GmbH im März. Warum, bleibt offen. Weder die GmbH noch der Geschäftsführer der Priora-Gruppe war trotz wiederholter Versuche für eine Stellungnahme erreichbar. Auch Moosburgs Bürgermeister Herbert Gaggl (ÖVP) sei der Umstand bisher nicht bekannt. „Darüber gab es keine offizielle Mitteilung“, sagt Gaggl, der auf Eis liegende Pläne nicht bestätigen kann. Gaggl befinde sich laut eigener Aussage zwar laufend mit Projektverantwortlichen im Gespräch, könne gleichzeitig aber von keinen Fortschritten oder Veränderungen berichten.

Schon Ende 2024 war klar, dass das umstrittene 80-Millionen-Euro-Projekt in der gelben Gefahrenzone neu dimensioniert werden muss. Bodenproben offenbarten die fehlende Tragfähigkeit des Untergrunds. 2,5 Millionen müssten in die Stabilisierung des Bodens investiert werden, legte ein internes Papier im vergangenen Herbst offen. Von derartigen Arbeiten ist am Grundstück aber bisher nichts zu sehen, quasi „regungslos“ steht seit zwei Jahren ein Bagger am Grundstücksrand. Unterdessen häufen sich die kritischen Stimmen, auch von einstigen Hotelbefürwortern.

FPÖ übt Kritik

„Wir sehen keine Bilder, hören keinen Ton. Langsam glauben wir, dass hinter all dem nichts mehr steckt“, sagt FPÖ-Gemeindevorstand Bernhard Gräßl. Seit Monaten wünscht er sich ein Kennenlernen sowie ein Update von den Investoren, wird dabei aber von Bürgermeister Gaggl vertröstet. „Die Gemeinderäte wissen, wer hinter dem Projekt steckt“, sagt Gaggl, der keinen Grund für ein Treffen sieht. „Wenn es handfeste Informationen gibt, werden wir sie bekanntgeben.“

Ob sich bis 31. Dezember etwas ändert? Bis dahin haben die Investoren noch Zeit, einen Antrag zur Erteilung der Baubewilligung zu stellen. Schon einmal verlängerte der Gemeinderat die Frist, an die auch der Grundstücksverkauf gekoppelt ist. Denn erst mit dem Antrag fließen die 1,3 Millionen Euro, die die Projektgruppe an die Gemeinde als Grundstücksbesitzer überweisen soll. Der Kaufpreis wurde bereits vor drei Jahren fixiert.