Dass es sich um eine bewusste Provokation Moskaus handelt, ist nach derzeitigem Stand eher auszuschließen. Viel wahrscheinlicher ist, dass die russische Drohne, die in der rumänischen Grenzstadt Galati einschlug, von ihrem eigentlichen Kurs abkam, bevor sie schließlich auf ein Hochhaus stürzte.
Für den Kriegsherren im Kreml ist der Vorfall dennoch von Bedeutung. Wladimir Putin kann nun gewissermaßen unter Laborbedingungen beobachten, wie die Nato auf die Verletzung der staatlichen Souveränität eines ihrer Mitgliedstaaten reagiert und wo die Schmerzgrenze liegt: Passiert nichts bis wenig, weiß der russische Präsident, dass er künftig in anderen Fällen auch weiter gehen kann.
Dass die Entschlossenheit des Westens auch nach knapp viereinhalb Jahren Ukraine-Krieg noch immer nicht besonders hoch ist, ist dabei aber schon jetzt absehbar. Nach dem Vorfall in Galati schickten die anderen Nato-Staaten und die EU primär Solidaritätsbekundungen nach Rumänien.