Wie viele steirische Städte verfügt auch Kindberg über eine stattliche Anzahl an Wehren, die Strukturen in unterschiedlichen Ortsteilen sind dabei oft historisch gewachsen. Insgesamt sind es sieben an der Zahl, in Kürze wird es nur mehr sechs geben.
Was viele Rechenkünstler und auch manche Politiker schon versucht haben, nämlich Wehren aus Spargründen zum Fusionieren zu bewegen, ist dort von ganz allein über die Bühne gegangen. Quasi ein Wunschtraum vieler finanzgeplagter Kommunen. Der Beschluss dazu war noch dazu einstimmig.
Auf eigene Initiative
Doch wie kam das? Oft war es mit der freiwilligen Einsatzbereitschaft vorbei, wenn Feuerwehren per Druck von außen vergemeinschaftet wurden. Diesmal ergriffen die Florianis jedoch selbst die Initiative.
Ausschlaggebend dafür war, dass sich Robert Rakitnik, amtierender Kommandant der Wehr Kindberg-Dörfl, nicht mehr der Wiederwahl stellen wollte. Auch sonst meldete sich niemand – damit stand im Raum, dass es kein Kommando mehr geben würde.
Kommando hätte gewackelt
„Aufgrund der beruflichen Herausforderungen hat sich keine Person gefunden, die die Verantwortung für eine Leitung übernommen hätte“, schildert Rakitnik. Nach intensiven Gesprächen im Ausschuss entschied sich die 40-köpfige Wehr mit der wesentlich größeren Feuerwehr Kindberg-Stadt gemeinsame Sache zu machen.
Dort freut man sich über die Verstärkung: „Bereits in der Vergangenheit hat es zahlreiche erfolgreiche gemeinsame Einsätze und Kooperationen gegeben, die die Vorteile einer engeren Zusammenarbeit deutlich gezeigt haben“, so Kommandant Christian Deschmann. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, um als starke Einheit das neue Rüsthaus in Kindberg-Stadt einzuziehen.
Nachnutzung des Feuerwehrhauses offen
Damit endet die 126 Jahre eigenständige Geschichte der kleineren Wehr. Bürgermeister Christian Sander unterstreicht, dass die Initiative nicht von ihm ausgegangen ist. „Ich danke beiden Feuerwehren für die konstruktive und vorausschauende Vorarbeit und kann die volle Unterstützung der Gemeinde zusichern.“
Zunächst warten noch Formalitäten, das Rüsthaus in Kindberg-Dörfl ist im Besitz der Stadt. Über eine Nachnutzung wird erst entschieden.