Viel Wirbel gab es in den vergangenen Monaten um die Damen des SV Hirter Kraig. Wie bekannt ist, tragen die Frauen ihre Heimspiele nicht mehr in Kraig, sondern in Guttaring aus. Grund dafür waren interne Streitigkeiten zwischen den Spielerinnen und Teilen des Vereinsvorstands.

Sportlich waren die Unruhen – wenig überraschend – nicht zuträglich für die Leistung auf dem Platz. „Die Saison war ein großes Hin und Her“, zieht Kapitänin Alissa Lamzari Bilanz. „Wir konnten uns zwischenzeitlich gar nicht auf das Wesentliche konzentrieren. Das ist schade, weil ich weiß, dass in uns viel mehr steckt als wir gezeigt haben.“ Zudem gab es einiges an Verletzungspech: Die defensive Mittelfeldspielerin Valentina Urabl zog sich einen Kreuzbandriss zu, Lamzari selbst hatte geprellte Rippen und die beste Torschützin Michelle Terkl kämpfte mit Sprunggelenksproblemen.

Alissa Lamzari hofft, auch in der nächsten Saison in Guttaring spielen zu können
Alissa Lamzari hofft, auch in der nächsten Saison in Guttaring spielen zu können © Manuella Trampitsch

Besondere Konstellation sorgt für Rettung

Dennoch: Den Klassenerhalt hat man geschafft. Man landete zwar auf dem zehnten und vorvorletzten Platz, der vor einiger Zeit noch gleichbedeutend mit dem Abstieg gewesen wäre, manche Konstellationen haben sich allerdings geändert. „Aus der Bundesliga kommt niemand runter, da Neulengbach keine Lizenz mehr hat und aus der Relegation West möchte niemand aufsteigen“, erklärt Lamzari. Nur der Letzte – Rot Weiß Rankweil – verabschiedet sich aus der Liga.

So darf man sich auch in der kommenden Saison im Bezirk wieder auf Frauenfußball aus der zweithöchsten Spielklasse Österreichs freuen. Aktuell ist nur eine Frage offen: Spielt man weiter in Guttaring oder gibt es eine Rückkehr nach Kraig? „Wir sind in Guttaring sehr zufrieden, aber kommende Woche findet dazu noch eine Sitzung statt“, verrät Lamzari. Die Kapitänin ist optimistisch, dass es in der KM-Bau Arena weitergehen kann.

Neuer Obmann kann sich Rückkehr vorstellen

Jemand, der sich eine Rückkehr der Frauen nach Frauenstein vorstellen könne, ist Gernold Kloiber-Pammer. Er ist seit Kurzem der neue Obmann des SV Hirter Kraig und Nachfolger von Harald Jannach. „Ich habe selbst schon eine Damenmannschaft trainiert und kenne die eine oder andere Spielerin. Sie sind natürlich herzlich willkommen. Wenn sie das wollen, können wir gerne ein Konzept ausarbeiten.“ Gespräche mit den Frauen hätten bisher allerdings noch keine stattgefunden. „Wenn sie in Guttaring bleiben möchten, ist das natürlich auch ihr gutes Recht“, meint der 54-jährige Versicherungsvertreter.

In Amt und Würden bleibt übrigens Obmann-Stellvertreter Ernst Bürger, der in den vergangenen Monaten mit dem Damenteam aneinandergeraten ist. Unter anderem, weil er beim Duell gegen Austria Klagenfurt die Hauptstädterinnen angefeuert haben soll. „Er bleibt im Amt. Seine Tochter spielt in Klagenfurt, das ist eine private Geschichte“, meint Kloiber-Pammer.

Kloiber-Pammer ist seit Kurzem neuer Obmann in Kraig
Kloiber-Pammer ist seit Kurzem neuer Obmann in Kraig © KK/Stadt Althofen

Neuer Herren-Trainer steht fest

Auch bei der Herren-Kampfmannschaft hat es zuletzt einige Unruhen gegeben. Mit dem Aufstieg in die Kärntner Liga hatte man schlussendlich nichts zu tun, vor wenigen Wochen warf Trainer Suad Pozder das Handtuch. „Er hat mir erzählt, dass er ausgepowert ist. Es war eine persönliche Entscheidung, die man akzeptieren muss“, sagt Kloiber-Pammer. Pozder steht seit ein paar Tagen an der Seitenlinie des SC Sörg. In Kraig leitet Manuel Mitterdorfer bis Saisonende das Training, danach übernimmt Hannes Lassnig.

Mit der Saison ist der neue Obmann dennoch zufrieden. „Für einen Ort wie Kraig ist eine Platzierung unter den Top-5 gut. Mit etwas mehr Glück wären wir auch weiter vorne gelandet.“ Kloiber-Pammer, der zuvor unter anderem beim SK Treibach als Jugendtrainer gearbeitet hat, möchte nun wieder mehr Ruhe in den Klub bekommen. „Es gibt hier ein großes Potenzial und mein Ziel ist, die Jugend stärker einzubinden, sodass wieder mehr Kraiger für Kraig spielen.“