Humanoide Roboter sind der menschlichen Gestalt nachempfunden. Sie haben einen Kopf, einen Rumpf, Arme und gehen aufrecht auf zwei Beinen. Bis 2030 werden laut Schätzungen weltweit 500.000 humanoide Roboter im Einsatz sein. Der weltweite Markt für humanoide Roboter könnte laut Schätzungen von Goldman Sachs bis 2035 auf 38 Milliarden Dollar anwachsen.
Zwar wird die Hardware-Entwicklung aktuell vor allem in den USA und in Asien vorangetrieben. Aber auch in Österreich sind humanoide Roboter am „Vormarsch“. Jetzt hat das Linzer Unternehmen Iono seinen humanoiden Roboter Workmate vorgestellt, der für reale Arbeitsumgebungen entwickelt wurde – nicht für Präsentationen oder für Laborumgebungen. Workmate ist „made in Austria“ und soll laut Iono-Chef Ümit Bas einfache, aber körperlich belastende Tätigkeiten in Industrie, Logistik und Handel unterstützen.
Im Workmate-Kopf ist eine Drohne eingebaut, die direkt aus dem Robotersystem heraus gestartet werden kann. So kann der Roboter seine Umgebung auch aus der Luft erfassen. Mit Industrieunternehmen in Österreich, Deutschland und Italien arbeitet Iono bereits an Pilotprojekten.
Um die Einführung humanoider Robotik in der Industrie in Österreich zu beschleunigen, sind der Unternehmensberater Arthur D. Little und das Technologieunternehmen Neoalp eine Partnerschaft eingegangen. Neoalp begleitet Unternehmen hinsichtlich des Betriebs humanoider Systeme unterschiedlichster Hersteller. Arthur D. Little bringt Strategieentwicklung und Organisations-Design ein. Aktuell arbeitet Semperit mit Neoalp diesbezüglich bereits zusammen. „Humanoide Robotik bietet die Chance, Produktivität zu steigern, dem Fachkräftemangel zu begegnen und industrielle Wertschöpfung langfristig zu sichern“, sagen Karim Taga, Managing Partner bei Arthur D. Little, und Christian Tauber, CEO von Neoalp.
Forschungszentren wie der Austrian Humanoid Hub erforschen zudem KI-Anwendungen für humanoide Roboter. Forschung zu humanoiden Robotern findet in Österreich an mehreren Hochschulen statt, etwa an der TU-Wien. Oder zur Roboterpsychologie an der Universität Linz. Prognostiziert wird, dass der Robotikmarkt in Österreich bis 2029 ein jährliches Umsatzwachstum von sieben Prozent und ein Gesamtvolumen von mehr als 600 Millionen Euro aufweisen wird.