Dass der Andreas-Hofer-Platz kaum mehr wiederzuerkennen ist, kennt man seit Jahren. Während aber dieser zentrale Platz in Graz zuletzt bloß als „Materiallager“ für die Arbeiten an der neuen Bimstrecke nebenan aushelfen musste, gilt der aktuelle Umbruch ihm persönlich. Und dieser nimmt Gestalt an: Vor Ort kann man schon gut erkennen, wie der künftige Busbahnhof aussehen wird.

Dieser wird ja um 2,3 Millionen Euro modernisiert, wobei die Stadt Graz eine Hälfte davon stemmt und für die zweite das Land Steiermark auf dem Beifahrersitz weiß. Bislang war beim Starttermin immer von „Frühjahr 2026“ die Rede. Diese Punktlandung schafft man nicht mehr ganz, dafür nennt man im Rathaus gegenüber der Kleinen Zeitung erstmals einen konkreten Termin: In den (Handy-)Kalendern der Politiker und Magistratsbediensteten ist der 12. Juli eingetragen.

Die Bauarbeiter trotzen der Hitze
Die Bauarbeiter trotzen der Hitze © Saria

Sieben schräge Bussteige

Weil die Bauarbeiter der Hitze der jüngsten Tage trotzen, kann man unter anderem schon die schräg angeordneten Bussteige erkennen: Sieben Stück werden ja künftig barrierefrei und mit Wartehäuschen ausgestattet, dazu gibt‘s digitale Fahrplaninformationen sowie Ticketautomaten. Den gleichsam neu entstehenden Platz zwischen Neutorgasse und den Bussteigen nutzt man wiederum für Sitzgelegenheit samt Pflanzen und eine neue Pflasterung „im Stil der Neutorgasse“.

So wird der nagelneue Platz aussehen
So wird der nagelneue Platz aussehen © Pittino & Ortner

Dies und mehr soll jenen rund 2700 Fahrgästen zugutekommen, die den Andreas-Hofer-Platz täglich benutzen – als Passagiere von insgesamt 20 Regionalbuslinien. „Der vor rund 60 Jahren errichtete Busbahnhof entspricht aktuell weder verkehrstechnisch noch aus Kundensicht den Anforderungen an einen modernen Verkehrsknoten“, hatte Landesrätin Claudia Holzer (FPÖ) die Arbeiten erklärt. Gleichzeitig entstehe so ein „zukunftsfähiger Knotenpunkt, der den öffentlichen Verkehr in der ganzen Region spürbar verbessert“, ergänzte die Grazer Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne).

Vor Gericht

Grundsätzlich sollte das Unterfangen ja längst beendet sein. Doch gerade der Streit um die darunterliegende Tiefgarage im Eigentum der Firma „Acoton“ verzögerte dieses Unterfangen: Konkret geht es um jenen Fußgängertunnel von der Tiefgarage zur Albrechtgasse, der im Zuge der Arbeiten an der Neutorlinie abgerissen wurde. Warum es dazu kam und ob es sich in Wahrheit um eine „Enteignung durch die Hintertür“ handelte, ist Gegenstand einer Klage, welche die Acoton noch Ende 2025 gegen die Stadt Graz einbrachte. Das Verfahren laufe noch, wie Anwalt Georg Eisenberger als Acoton-Rechtsvertreter der Kleinen Zeitung nun bestätigt.