Perfektes Badewetter und strahlender Sonnenschein – zu Beginn der Woche wurde temperaturtechnisch offiziell der Sommer eingeläutet. Dieser startete am Dienstag mit zahlreichen Hitze-Rekorden in Kärnten und Osttirol. Besonders heiß wurde es mit 33,3 Grad in der Sonnenstadt Lienz. Knapp dahinter lag Hermagor mit 32,3 Grad. Diese Temperaturrekorde überraschen Martin Ortner, Meteorologe der GeoSphere Austria, nicht: „Es gab viele Stationsrekorde in ganz Kärnten. In Ferlach wurden beispielsweise 33 Grad gemessen, jedoch handelte es sich dabei um keinen neuen Stationsrekord, da diese Temperatur Ende Mai 2009 bereits gemessen wurde. In Lienz können wir jedoch von einem Stationsrekord im Mai, also von dem heißesten Tag in diesem Monat seit Aufzeichnungsbeginn, sprechen.“

Doch wie entwickeln sich diese regions- und ortsspezifischen Hitzepole? Ortner klärt auf: „Es war im gesamten Oberen Drautal sehr heiß. Die Messstation in Dellach verzeichnete mit 32,9 Grad ebenfalls einen Stationsrekord für den Monat Mai. Obwohl das Obere Drautal hoch gelegen ist, sind solche Temperaturen nicht untypisch. Die inneralpine Lage spielt dabei eine Rolle. In Oberkärnten und Osttirol haben wir hohe Berge und relativ schmale Täler. So kann die Sonne bodennahe Luft stärker erwärmen. Deshalb kann es in inneralpinen Tälern trotz leicht erhöhter Lage zu Wärmerekorden kommen. Wenn sich die Luft schließlich durchmischt, nimmt die Lufttemperatur pro 100 Höhenmeter um einen Grad ab.“

Wird es ein besonders heißer Sommer?

Wie sich die Wettersituation den restlichen Sommer über entwickeln wird, sei zum aktuellen Zeitpunkt nicht klar. „Saisonprognosen haben mit Wetterprognosen nichts zu tun, da sie mit sehr vielen Unsicherheiten behaftet sind. Es ist lediglich möglich, Wahrscheinlichkeiten für große Gebiete aufzustellen und somit herauszufinden, ob es ein wärmerer oder ein kühlerer Sommer als im langjährigen Mittel wird“, sagt Ortner.

Fest stehe jedoch, dass die Klimaveränderungen das Wetter maßgeblich beeinflussen werden. „Die Klimaerwärmung macht auch vor Kärnten nicht Halt. Es ist wahrscheinlich, dass es im Vergleich zum langjährigen Mittel der letzten 30 Jahre wärmer wird. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Sommermonate überdurchschnittlich hohe Temperaturen mit sich bringen könnten.“