Im Fall der von der Schauspielerin Collien Fernandes (44) erhobenen Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen hat die Staatsanwaltschaft Potsdam ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gehe um den Vorwurf der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt, sagte eine Sprecherin der Behörde am Dienstag. Zuvor hatten die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" berichtet.
Vorfälle sollen sich 2022 und 2023 in Spanien ereignet haben
Konkret gehe es um mehrere Vorfälle, die sich in den Jahren 2022 und 2023 in Spanien ereignet haben sollen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft liege nach Prüfung der eingereichten Informationen ein Anfangsverdacht wegen Körperverletzung im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt vor. Die Vorwürfe der "digitalen Gewalt" würden weiterhin geprüft, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Zuvor hatte der Fall bei der Staatsanwaltschaft Itzehoe gelegen.
Sprecherrolle in „Grüffelo“-Hörspielen verloren
Auch beruflich wird es für Schauspieler Christian Ulmen immer schwerer, Fuß zu fassen. Nach den Vorwürfen verlor der 50-Jährige nun auch eine Sprecherrolle in einem Kinderhörspiel des Spielwarenherstellers Tonies. Das Unternehmen hat eine neue Version der Geschichten über den „Grüffelo“ herausgebracht. Die Rolle der Maus in den beiden Geschichten wird demnach nicht länger von Ulmen gesprochen, wie Tonies in Düsseldorf mitteilte.
„Viele Eltern und auch Handelspartner haben sich mit Sorgen und Bedenken an uns gewandt“, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit. „Solches Feedback nehmen wir sehr ernst.“ Deswegen habe sich die Firma entschieden, den Verkauf des betroffenen Produkts auf der eigenen Webseite zunächst zu stoppen und die Rolle von Ulmen neu aufnehmen zu lassen. Diese Version des Hörspiels sei nun verfügbar und wieder im Verkauf erhältlich. Neue Stimme der Maus ist der Sprecher Tim Kreuer, wie Tonies bestätigte.
Ulmen bestreitet Vorwürfe
Neben dem Vorwurf der Körperverletzung im Rahmen häuslicher Gewalt wirft Schauspielerin Collien Fernandes ihrem Ex-Ehemann zudem vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Ulmen selbst bestreitet die Anschuldigungen, es gilt die Unschuldsvermutung.
„Spiegel“-Magazin darf berichten
Der „Spiegel“ hatte zuerst über die Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Mann berichtet. Nach Auswertung dieser Berichterstattung sprach die Staatsanwaltschaft Ende März von einem Anfangsverdacht gegen Ulmen und verwies zugleich darauf, dass für den Schauspieler weiter die Unschuldsvermutung gelte. Im darauffolgenden Rechtsstreit zwischen dem Schauspieler Christian Ulmen und dem „Spiegel“ hatte das Landgericht Hamburg am 8. Mai vorläufig einen großen Teil der von Ulmen angegriffenen Berichterstattung erlaubt. Ulmens Anwälte legten nach eigenen Angaben „umgehend“ Beschwerde dagegen ein.
Der heute 50 Jahre alte Ulmen und die 44-jährige Moderatorin und Schauspielerin Fernandes waren seit 2011 ein Paar, vergangenes Jahr gaben sie ihre Trennung bekannt. Fernandes' Vorwürfe führten in Deutschland zu einer Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen. Ein Gesetzesentwurf soll Lücken im Strafrecht schließen und Opfern mehr Möglichkeiten geben, sich zur Wehr zu setzen.