Die von der Gemeinde gesetzten Maßnahmen hätten in diesem Jahr dafür gesorgt, dass das Pfingstfest gesitteter ablief, hieß es als Kurzfazit aus der Gemeindeverwaltung. Man habe bedeutend weniger Probleme mit Vandalismus und Störung der öffentlichen Ordnung registriert. „Aber natürlich gibt es immer noch Verbesserungspotenzial“, sagt Tourismus-Stadtrat Massimo Brini.

„Diese Gastronomen sollen zahlen“

„Ich würde vorschlagen, jenen Gästen, die übermäßig Alkohol konsumieren, die medizinische Behandlung in Rechnung zu stellen“, erklärt Brini weiter. Nachdem dies aber nur sehr schwer umsetzbar wäre, möchte die Gemeinde künftig die Gastronomiebetriebe stärker in die Verantwortung nehmen. „Wenn ein Gastronom einem offensichtlich stark Betrunkenen weiterhin alkoholische Getränke ausschenkt, soll er mit einer Strafe belegt werden.“ Derartige Maßnahmen sollen dafür sorgen, die negativen Ausreißer weiter zu reduzieren.

Tourismus-Stadtrat Massimo Brini: „Die Lokalpresse hat teilweise Fotos veröffentlicht, die ein komplett falsches Bild abgegeben haben.“
Tourismus-Stadtrat Massimo Brini: „Die Lokalpresse hat teilweise Fotos veröffentlicht, die ein komplett falsches Bild abgegeben haben.“ © KLZ / Lukas Moser

Großen Ärger gibt es in Lignano wegen der Berichterstattung einiger italienischer Medien zur „Vermüllung“ der Gemeinde. Auch hierzu findet der Tourismus-Stadtrat deutliche Worte: „Die Lokalpresse hat teilweise Fotos veröffentlicht, die ein komplett falsches Bild abgegeben haben. Sie haben genau jenen kurzen Zeitpunkt fotografisch festgehalten, nachdem die Partygäste frühmorgens abgezogen sind, und bevor die Putztrupps alles wieder gesäubert haben.“ Ein Lokalaugenschein am frühen Montagmorgen hat diese Aussagen übrigens bewiesen. Seit 5 Uhr wurde geputzt, um 7.30 Uhr war auch der letzte Winkel fertig gesäubert.

„Hoteliers fühlen sich verantwortlich“

Weniger Vandalismus, das dürfte besonders bei Hotelbetreibern für Erleichterung gesorgt haben. Gespräche mit Hotelbetreibern zeichnen ein differenziertes Bild: Die einen freuen sich über vergleichsweise gesittetere Pfingsten, andere haben über die entsprechenden Tage gar keine jungen Partygäste aufgenommen, wieder andere hoffen auf weitere Verbesserungen in den kommenden Jahren.

Hoteliers-Chef Martin Manera: „Man muss verstehen, dass sich die Hoteliers für die Sicherheit der Gäste verantwortlich fühlen.“
Hoteliers-Chef Martin Manera: „Man muss verstehen, dass sich die Hoteliers für die Sicherheit der Gäste verantwortlich fühlen.“ © Schild

Martin Manera, Präsident der Hoteliersvereinigung in Lignano, möchte dahingehend noch stärker an die Vernunft appellieren: „Das könnte alles noch leichter machen und jedem den gewünschten Spaß auf einem sicheren Niveau ermöglichen. Da müsste man gerade bei jüngeren Gästen an die Vernunft der Eltern appellieren, die ihren Jugendlichen vielleicht nicht immer freie Bahn geben sollten.“

Man verstehe die Sehnsucht der Jugendlichen nach fröhlichem Feiern. „Man muss aber auch verstehen, dass sich die Hoteliers für die Sicherheit der Gäste verantwortlich fühlen. Auch die Polizei will für deren Sicherheit sorgen, nicht das Feiern verhindern“, erklärt Manera.