Es war seine Begegnung als 15-Jähriger mit keinem Geringeren als mit Hans Werner Henze bei einem Jugendmusikfest in Deutschlandsberg, die für ihn große Folgen hatte: „Das war für mich die Initialzündung, um Musik zu studieren und mich für zeitgenössische Musik zu begeistern“, erzählt Arno Steinwider. Der berühmte deutsche Komponist, zu dem er noch lange Kontakt hatte, wurde später sogar zu seinem Mentor. Auch mit anderen, damals anwesenden Komponisten wie Olga Neuwirth und Gerd Kühr, er war damals Henzes Assistent, ergaben sich Freundschaften bis heute.

„Das machte mir große Freude“

Nach Studien der Block- und Querflöte sowie Instrumentalpädagogik in Graz studierte er auch in Wien beim berühmten Flötisten Wolfgang Schulz. Bald folgten solistische Auftritte u.a. in Wien, Graz, Prag, Frankfurt, und Darmstadt, dem damaligen Mekka der zeitgenössischen Musik und auch als Orchestermusiker u.a. beim Recreation Orchester Graz, Klangforum Wien. „Das machte mir große Freude. Ich habe damals unter Dirigenten wie Fabio Luisi, Marcello Viotti, Jordi Savall, Milan Horvat gespielt.“

Bald wurde Steinwider Professor an der Grazer (KUG), wo er auch heute noch Instrumentalunterricht gibt, und an der Wiener Universität (MUG). 2023 wurde er hier Dekan und jetzt 2026 für weitere drei Jahre wiederbestellt. Hier lehrt er immer noch zeitgenössische Musik und Kammermusik.

© Kremslehner

Vielfach ausgezeichnet

Der heute 57-jährige, vielfach ausgezeichnete, gebürtige Grazer, der in Wien und in Seeboden/Millstättersee lebt und auch auswärts zahlreiche Vorträge und Kurse hielt, ist auch als Juror gefragt, so unlängst beim Semifinale der „Goldenen Note“. „Es war erstaunlich welch hohes Niveau und welch hohe Motivation die Studenten dabei zeigten.“

Viel Freude bereitet ihm auch die künstlerische Leitung der Taggenbrunner Festspiele, die er seit 2022 innehat. „Einmal ist es dieser magische Ort auf der Burg, zudem haben wir ein sehr harmonisches Team. Heuer konnten wir das Angebot von neun auf 13 Konzerte erhöhen. Erfreulich ist auch der Zuspruch des Publikums. Wir konnten die Auslastung steigern und werden heuer voraussichtlich auf 6500 Zuschauer kommen“, sagt Steinwider und fügt hinzu: „Unsere Maxime für die Programmgestaltung, die auch schon vor meiner Bestellung exzellent war, ist, thematisch in die Breite zu gehen und verschiedenste Genres immer auf höchstem Niveau anzubieten sowie teils bekannte Künstler im unüblichen Kontext auftreten zu lassen.“ So wird etwa Viktor Gernot als Jazz-Gitarrist und „JJ“ als Händelinterpret mit einem Barockensemble zu erleben sein. Der Schwerpunkt in diesem Jahr ist dem Gesang in verschiedensten Genres gewidmet, wobei einige Konzerte schon ausverkauft sind.