Im Sport wird immer wieder von Dynastien gesprochen. Teams, die eine Ära prägen und kaum zu schlagen sind. Schaut man auf den Frauen-Fußball, ist Olympique Lyon so eine Dynastie. Nicht nur national, wo der Meistertitel seit 2007 lediglich ein einziges Mal nicht an das Spitzenteam ging. Auch auf der internationalen Bühne gehört der Klub aus dem Südosten Frankreichs zum obersten Regal. Insgesamt acht Mal wurde die Women‘s Champions League gewonnen, das ist einsamer Rekord.

Und doch sind nicht die Französinnen in der Favoritenrolle, wenn in Oslo heute (18 Uhr, ORF On) das Endspiel der Königsklasse ausgetragen wird. Der Gegner heißt nämlich FC Barcelona und die Katalanen sind so etwas wie das „neue Lyon“. Zum sechsten Mal in Folge stehen die Spanier im Champions-League-Finale, drei Mal wurde es auch gewonnen. In der spanischen Liga ist man seit 2020 die Nummer eins, mit dem vierten Triumph in der Champions League würde man mit dem FFC Frankfurt gleichziehen, die ebenfalls vier Mal den größten Klubwettbewerb für sich entschieden haben.

Beim bislang letzten Aufeinandertreffen der beiden Großmächte – standesgemäß im Champions-League-Finale 2024 – setzte sich Barcelona mit 2:0 durch. „Seit dem Finale 2024 hat sich einiges geändert. Da es sich um ein Champions-League-Finale gegen ein Team wie Lyon handelt, ist es meiner Meinung nach schwer vorherzusagen, wie es ausgehen wird. Ich weiß nur, dass es ein sehr enges Spiel werden wird. Letztendlich sind wir die beiden besten Teams Europas, also wird es eine großartige Partie werden“, sagt Barca-Star Alexia Putellas. Brisant ist das Duell der beiden Spitzenteams – beide standen am Ende der Ligaphase mit je 16 Punkten auf Rang eins und zwei – auch wegen des Trainers von Lyon. Jonatan Giráldez Costas war von 2021 bis 2024 Barca-Coach, holte mit dem Klub unter anderem zwei Mal die Champions League. Heute trifft er auf sein Ex-Team und seinen ehemaligen Co-Trainer Pere Romeu, der ihm als Cheftrainer folgte. „Er hat mich zwar noch nicht als Trainer erlebt, aber taktisch kennt er mich in- und auswendig, und ich kenne ihn ebenfalls in- und auswendig“, sagt Romeu, der ebenfalls ein enges Spiel erwartet.