"Ich gebe hiermit meine Bewerbung als Generaldirektor des ORF bekannt", heißt es darin. "Es geht bei dieser Aufgabe um viel für Österreich und vielleicht um alles für den ORF und den Medienstandort. Unser Land steht vor enormen ökonomischen Herausforderungen, die Medienvielfalt in Österreich ist bedroht - und mit ihr das Fundament unseres demokratischen Zusammenlebens."
Es brauche "einen souveränen und starken ORF, der uns durch diese Zeit trägt. Aber dieser, unser ORF steckt in einer veritablen Krise. Nicht zuletzt durch die Skandale der vergangenen Wochen ist der Fokus auf das Wesentliche verstellt: die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags für das österreichische Publikum", heißt es weiter. Er wolle daher "meine gesamte Erfahrung einbringen und mein Wissen dem ORF zur Verfügung stellen: mehr als 30 Jahre TV-Erfahrung, die Führung eines großen Medienunternehmens mit tausenden Mitarbeitenden sowie die Umsetzung der digitalen Streaming-Transformation".
Sein Konzept trage den Titel "Ein souveräner ORF. Vom Marktführer zum Marktmotor", sein Credo "Kooperation statt Konkurrenz": "Ich bin überzeugt davon, dass darin auch der Grundstein für ein neues, zukunftsgerichtetes Selbstverständnis des ORF liegt - im Sinne einer Gesamtverantwortung für Österreichs Medienlandschaft." Er freue sich "auf die vielen Diskussionen und die Hearings in den nächsten Wochen", so der Medienmanager abschließend.
Die Ausschreibung für die ORF-Generaldirektion ab 2027 ist bereits Ende April veröffentlicht worden. Vor Breitenecker hatte sich mit ORF-TV-Magazinchefin Lisa Totzauer erst eine aussichtsreiche Bewerberin offiziell ins Rennen um den Chefsessel des öffentlich-rechtlichen Medienhauses begeben. Für weitere Interessenten ist aber noch bis 28. Mai Zeit, um Unterlagen einzureichen. In Seefeld haben sich gestern auch die aktuelle ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher und APA-CEO Clemens Pig ausführlich über die Lage des ORF geäußert, sich zu ihren eventuellen Bewerbungen aber noch nicht deklariert.