"Die Zahl der Todesopfer durch Lkw-Unfälle stieg auf den höchsten Wert seit dem Jahr 2016", analysierte VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Die Zunahme betrage 74 Prozent. Damit war laut VCÖ jeder sechste Verkehrstote im Vorjahr die Folge einer Kollision mit einem Lastkraftwagen.
Der Anteil von Lkw an tödlichen Verkehrsunfällen ist den Angaben zufolge sechs Mal so hoch wie deren Anteil an Verkehrsunfällen insgesamt. Beteiligung heißt zwar nicht, dass die Unfälle von Lkw-Lenkern verursacht wurden, aber aufgrund ihrer Masse sind die Schwerfahrzeuge oft tödliche Unfallgegner. Während insgesamt im Vorjahr pro 1.000 Verkehrsunfällen mit Personenschaden elf Todesopfer zu beklagen waren, waren es bei Lkw-Unfällen mit 62 fast sechsmal so viele, so der VCÖ.
Als eine Gegenmaßnahme schlägt der VCÖ vor, den Lkw-Verkehr in Städten mit Hilfe urbaner Güterlogistik zu reduzieren. Laster könnten Waren zu Mikro-Hubs liefern, die Verteilung erfolge mit kleineren Transportern oder Cargo-Bikes. Besonders rechts abbiegende Lkw seien für Fußgänger und Radfahrer gefährlich - Laster sollten daher verpflichtend mit Abbiegeassistenten ausgerüstet werden. Gleichzeitig müsse man gefährliche Kreuzungen entschärfen.
Im Transitland Österreich müsse zudem die Einhaltung des Tempolimits von 80 km/h für Laster auf Autobahnen viel stärker kontrolliert werden. "Die hohe Toleranzgrenze führt dazu, dass die meisten Lkw deutlich schneller fahren", so die Fachleute. Generell seien mehr Kontrollen nötig: In Tirol habe sich die Zahl der geahndeten Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten von 116 im Jahr 2024 auf 335 im vergangenen Jahr fast verdreifacht.