Schon die Eröffnung des Militärmusikfestivals in Graz hat es in sich. In einem „Pandur“ rollt Heeresmusikchef Bernhard Heher gut geschützt in die Grazer Stadthalle um dort gut 400 Musikern eine imposante Klangwolke zu entlocken. Gleich darauf zeigt Sopranistin Julia Wiszniewski, dass der Erzherzog-Johann-Jodler auch als „Dixie-Swing“ seinen Reiz hat. Munter geht es im Marschtempo weiter durch ein buntes Programm, das so viel mehr als nur Blasmusik bietet.

So haben später auch 300 Schülerinnen und Schüler aus Grazer Schulen sowie 30 Tanzpaare der Tanzschule von Willi Gabalier ihre Auftritte. Der Milizsoldat tanzt auch selbst (in Kampfstiefeln) und mit Gattin Christina über das Parkett und ist überhaupt eine der Stützen des Programms, bei dem auch die Austropop-Legenden Ewald Pfleger (Opus) und Christian Kolonovits sowie die Band „Alle Achtung“ ihre Werke mit Militärmusik-Sound verstärken. Mit tosendem Applaus erweist das Publikum den sehbehinderten Künstlern Jonas Lazarus auf der Harmonika („Karneval von Venedig“) und Wolfgang Niegelhell auf der Panflöte („Sound of Silence“) ihren Respekt.

Apropos Publikum: Beide Abende am Donnerstag und am Freitag sind quasi „ausverkauft“, insgesamt 9000 Besucher verfolgen in der Halle die Darbietungen. Mit einer freiwilligen Spende als Eintrittskarte unterstützen sie die ORF-Aktion „Licht ins Dunkel“, seit Jahren Partner des Musikfestivals.

1200 Akteure sorgen für reibungslosen Ablauf

Den Songcontest hat Graz zwar nicht ausgetragen, aber auch bei dieser Musik- und Tanzshow wenige Tage später braucht es das perfekte Zusammenspiel von rund 1200 Akteuren vor und hinter den Tribünen. Bühnenpodeste müssen hin- und hergeschoben, Instrumente und Vokalisten mit Mikrofonen bestückt, die Gruppen und Künstler TV-gerecht in Szene gesetzt werden. Denn das fast dreistündige Programm wird von ORF-Kameras eingefangen und am 6. Juni (ORF2, 22 Uhr) ausgestrahlt.

Der neue Chef der Militärmusik Steiermark, Johann Groß
Der neue Chef der Militärmusik Steiermark, Johann Groß © BMLV/ Wolfgang Grebien

Für das „Drehbuch“ des Events zeichnet mit Helmut Gekle ein gebürtiger Steirer verantwortlich, auch der designierte neue steirische Militärkapellmeister Johann Groß hat seinen ersten großen Auftritt. Hannes Lackner geht ja nach mehr als 30 Jahren am Dirigentenpult in den Ruhestand. Dass internationale Gäste diesmal fehlen und die Stadthalle jeden Tonmeister an seine Grenzen bringt, darüber sehen die begeisterten Besucher – am Donnerstag auch Verteidigungsministerin Klaudia Tanner mit Ehemann Martin und Landeshauptmann Mario Kunasek – gnädig hinweg. Traditioneller Schlusspunkt: Der „Große Österreichische Zapfenstreich“ und als Zugabe so wie beim Neujahrskonzert der Radetzkymarsch..