Wenn am Samstag um 18 Uhr der Startschuss für das Finalduell (best-of-five) in der Basketball-Superliga zwischen den Kapfenberg Bulls und den Oberwart Gunners fällt, wird wohl teilweise im Lavanttaler Dialekt gesprochen: Florian und Daniel Köppel treffen nämlich auf Daniel Grgic. Den 21-Jährigen, seit 2020 österreichischer Staatsbürger, zog es nach seinen Anfängen beim BBC Wolfsberg – „ich war mit zwölf Jahren ein echter Spätstarter“ – schon früh aus Kärnten weg. In Kapfenberg fand der Korbjäger mit kroatischen Wurzeln schließlich seine sportliche Heimat, durchlief dort die Akademie und gehört inzwischen seit sieben Jahren zum „Bullen“-Clan.
Für die Steirer verlief die Saison bislang nahezu perfekt – wäre da nicht die schmerzhafte Finalniederlage im Cup gegen Wels gewesen. „So hart das war, umso mehr hat uns das für die restliche Meisterschaft gepusht. Irgendwie hat diese Niederlage jeder persönlich genommen“, verdeutlicht der 2,04-Meter-Hüne, der im Jugendnationalteam längst sein Potenzial aufblitzen ließ und heuer auf die Einberufung ins 3x3-Nationalteam hofft.
„Mich bringt so schnell nichts aus der Fassung“
Grgic weiß übrigens genau, was ihn auf dem Parkett auszeichnet. „Ich bin flexibel einsetzbar und kann mich schnell an unterschiedliche Situationen anpassen.“ Gleichzeitig sei ihm aber bewusst geworden, wie viel Erfahrung auf höchstem Niveau noch nötig ist: „Es ist meine erste richtige Play-off-Serie und da merkt man, dass noch einiges auf mich wartet. Aber ich bin ein Typ, der im Hier und Jetzt lebt – und so schnell bringt mich nichts aus der Fassung.“
Angesprochen auf das Finalduell, meint Grgic, ein LeBron James-Fan: „Es treffen zwei qualitativ starke Teams aufeinander und da wird es um Details, und vor allem um Herz und Kampfgeist gehen. Basketball wird bezüglich Taktik oder Spielzügen nicht neu erfunden werden, sondern die Emotionalität wird entscheidend sein“, so der Kärntner, dessen Vertrag in Kapfenberg ausläuft. Tendenz? „Es ist alles offen. Das Ausland wäre künftig ein Wunsch, aber die Reise darf auch gern bei den Bullen weitergehen.“