Es war die pure Dominanz, die Aston Villa beim 3:0-Sieg im Europa-League-Finale in Istanbul gegen Freiburg darlegte. Der Triumph war eigentlich nie in Gefahr, Youri Tielemans (41.), Emiliano Buendia (45.) und Morgan Rogers (48.) sorgten vor den Augen von Prinz William für den ersten Titel des Klubs aus Birmingham seit 30 Jahren und den fünften Europa-League-Triumph für Trainer Unai Emery. Die „Villains“ folgten damit auf Tottenham, das den Titel in der Vorsaison gegen Manchester United gewann und zementierten damit die englische Dominanz in der Europa League und auch in der Conference League ein. „Dieses Finale ist die Bestätigung für unseren Fortschritt. Europa hat uns viel gegeben“, sagte Emery erfreut.
In den vergangenen acht Saisons wanderte der Titel der Europa League zwar „nur“ drei Mal in das Mutterland des Fußballs, aus den vergangenen elf K.o.-Duellen, die ein Team aus England gegen ein Team eines anderen Landes in der Europa League bestritten hat, ging allerdings jedes einzelne an die englische Mannschaft. Die dominante Vorstellung Aston Villas im Endspiel weckt den Verdacht, dass sich das wohl nicht so schnell ändern wird. „Ich kann es ehrlich gesagt kaum fassen, was wir als Verein durchgemacht haben. Heute Abend hat sich alles, was wir aufgebaut haben, ausgezahlt. Und der Stolz, den ich beim 3:0 zehn Minuten vor Schluss empfunden habe, als ich dachte, wir sind Europas Champions, ist unbeschreiblich“, erklärte Kapitän John McGinn nach dem Spiel.
Europas Champion könnte am kommenden Mittwoch auch Crystal Palace mit einem Sieg im Conference-League-Finale gegen Rayo Vallecano werden. In dem 2021 gegründeten Bewerb wird die englische Dominanz ebenso deutlich. Zwei der bisherigen vier Sieger kommen aus England, mit einem Triumph von Crystal Palace würde der dritte folgen. Neben West Ham und Titelverteidiger Chelsea wäre es kurioserweise sogar das dritte Team aus London, das den Titel holt. Die vergangenen acht K.o.-Duelle gegen Mannschaften aus anderen Nationen gingen an Engländer.
In der kommenden Spielzeit werden fünf englische Teams an der Champions League teilnehmen, dazu noch einmal zwei in der Europa League und eins in der Conference League. Die Chance, die Dominanz auch in der kommenden Saison aufrechtzuerhalten, ist also sehr groß.