Ein Prozess wegen achtfachen versuchten Mordes und Brandstiftung gegen einen 54-jährigen Mann ist am Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt fortgesetzt worden. Am Nachmittag des zweiten Verhandlungstages fiel das Urteil: 15 Jahre Haft für achtfachen Mordversuch.

Der Angeklagte, ein gebürtiger Kosovare, der inzwischen die österreichische Staatsbürgerschaft hat, bestritt nicht, im vergangenen September im Abstellraum einer Firma, in dem Freunde und Bekannte aus der kosovarischen Community Schach gespielt hatten, Benzin ausgeschüttet und angezündet zu haben. Allerdings bestritt er eine Tötungsabsicht. Sein Sohn sagte am Donnerstag im Zeugenstand, er könne sich schon vorstellen, dass der Vater gekränkt gewesen sei, weil man ihn ausgeschlossen hatte. Einer in der Spielrunde hatte dem 54-Jährigen erklärt, er möge es nicht, wenn dieser alkoholisiert sei, was er war. Bei dem Feuer wurden zwei Männer schwer verletzt, weitere leicht.

Große Narben ein Leben lang

Wie die Gerichtsmedizinerin erklärte, habe für alle Männer im Raum Lebensgefahr durch eine mögliche Kohlenmonoxidvergiftung bestanden. Dazu kam die Gefahr durch die Verbrennungen. Wenn die beiden Schwerverletzten nicht medizinisch behandelt worden wären, wären sie gestorben. Sie mussten brennend aus dem Aufenthaltsraum flüchten, wie Überwachungsvideos zeigen. Bleibende Schäden, Schmerzen sind zu erwarten. „Die großflächigen Narben werden ein Leben lang bleiben.“

Der Psychiater, der den Angeklagten untersucht hatte, attestierte diesem volle Zurechnungsfähigkeit. Es sei sehr ungewöhnlich, dass jemand, der ein strafrechtlich unauffälliges Leben mit sozialem Aufstieg geführt habe, plötzlich mit über 50 eine solche Tat begeht. Wohl möglich seien Kränkungen als Motiv – erwähnt wurde neben dem Ausschluss aus der Runde seine Arbeitslosigkeit und ein damit einhergehender Autoritätsverlust in der Familie.

Der Brandsachverständige erläuterte, dass wohl der ganze Raum als auch die angrenzende, mehr als 200 Quadratmeter große Garage gebrannt hätten, wenn das ganze Benzin im Kanister – gut 13 Liter - ausgebracht worden wäre. Das konnte zum Glück verhindert werden.

Mordversuch oder Körperverletzung?

Staatsanwältin Anna Kanduth forderte einen Schuldspruch wegen versuchten Mordes.

Verteidiger Philip Tschernitz verwies auf Zweifel. „Das, was hier passiert ist, passt ganz und gar nicht zu ihm. Er ist nicht davon ausgegangen, dass durch diese Tat jemand sterben kann.“

Der Angeklagte selbst entschuldigte sich bei den Familien der Opfer, bekundete seinen Willen zu Schadenersatzzahlungen. Das Urteil wegen Mordversuchs ist noch nicht rechtskräftig.