Bas Eickhout hat am Mittwoch überraschend seinen sofortigen Rücktritt als Europaabgeordneter und Co-Vorsitzender der Grünen im Europäischen Parlament angekündigt. Grund dafür seien „persönliche Beziehungen“, die „nicht mit seiner Rolle vereinbar“ sind, berichtet „Politico“. In einem schriftlichen Statement auf X erklärt der 49-jährige Politiker, dass er sein Verhalten der vergangenen Monate kritisch reflektiert und nun Verantwortung für dieses übernommen habe. „Ich habe nicht immer das Richtige getan“, so Eickhout.
Gleichzeitig schrieb der Niederländer, dass seine Partei – GroenLinks – vor der Endphase einer Fusion mit den Sozialdemokraten steht. Aus den beiden soll die neue Partei „Pro“ werden. Dafür wären Repräsentanten nötig, „die sich mit vollem Einsatz für sie engagieren“, schreibt Eickhout. Er selbst habe nicht mehr die nötige Energie.
Mögliche Verstöße werden „sehr ernst“ genommen
Die Grünen-Fraktion erklärte am Mittwoch, man respektiere die Entscheidung des Fraktionschefs. Sie verwies allerdings auch darauf, mögliche Verstöße gegen den internen Verhaltenskodex sehr ernst zu nehmen. „Ein professionelles und offenes Arbeitsumfeld für alle ist essenziell“, so die Gruppe in der Stellungnahme.
Eickhout ist schon länger in einer Beziehung mit Lena Schilling, der österreichischen Grünen-Abgeordneten. Dies sei im Sinne der Transparenz offengelegt worden. „Die Bekanntgabe stellte sicher, dass alle in der Fraktion über die Beziehung informiert sind und dass sie die Arbeit der Fraktion nicht beeinträchtigen wird“, sagte die grüne EU-Fraktion „Politico“. Mit seinem Rücktritt habe diese nichts zu tun, schreibt Eickhout selbst. Und führt aus: „Siebzehn Jahre lang habe ich mich als grüner Europaabgeordneter mit Leib und Seele für grüne Ideale, die Partei und unsere Fraktion eingesetzt. Ich bin stolz auf das, was wir in den letzten Jahren gemeinsam erreicht haben.“
Doch seine Bekanntgabe erfolgt zu einem politisch sensiblen Zeitpunkt: Anfang 2027 steht im Europäischen Parlament die sogenannte Midterm-Neubesetzung zentraler Führungspositionen an.