Mit dem Ergebnis der Gemeinderatswahl 2025 wurde in Bruck ein neues politisches Zeitalter eingeläutet. Erstmals seit 80 Jahren wurde von ÖVP und FPÖ eine Regierung ohne Beteiligung der SPÖ gebildet, die zuvor in der Kornmesserstadt seit dem Zweiten Weltkrieg immer an der Macht war.

„Vor einem Jahr haben wir einen neuen Weg eingeschlagen. Es ist bereits vieles Gutes auf den Weg gebracht und ich bin motiviert, diesen gemeinsam mit dem Koalitionspartner konsequent weiterzugehen", fällt die erste Bilanz von Bürgermeisterin Susanne Kaltenegger (ÖVP) aus.

Susanne Kaltenegger ist seit April 2025 Bürgermeisterin von Bruck
Susanne Kaltenegger ist seit April 2025 Bürgermeisterin von Bruck © KLZ / Moritz Prettenhofer

Finanzen: „Wir müssen Prioritäten setzen“

Zu tun hatte die Koalition bekanntlich so einiges: Insbesondere die finanzielle Schieflage der Stadt sorgte am Anfang für einiges an Kopfzerbrechen und dominiert weiterhin die tägliche Arbeit der politischen Verantwortlichen. „Die Finanzen sind kein angenehmes Thema, aber für uns das Wesentlichste. Wir werden den bisherigen Kurs weiterführen müssen und in dieser Periode konsequent durchziehen”, betont Vizebürgermeister Raphael Pensl (FPÖ).

Für heuer habe man mit den bisher gesetzten Maßnahmen die Liquidität der Stadt gesichert. Auf wenig Gegenliebe stieß dabei die Schließung des Eisstadions auf der Murinsel, wozu Pensl festhält: „Wir müssen einfach Prioritäten setzen. Es ist aus unserer Sicht wichtiger, dass die Kinder nicht in schimmlige Schulen gehen.“ Ohnehin befinde man sich derzeit weiterhin in positiven Gesprächen mit einer potenziellen Investorin, die einen Eislaufbetrieb auf der Murinsel anstrebt.

Den auferlegten Sparkurs will Raphael Pensl weiterverfolgen
Den auferlegten Sparkurs will Raphael Pensl weiterverfolgen © KLZ / Moritz Prettenhofer

Ein positiveres Diskussionsklima herrsche seit der Wahl auch im Gemeinderat, wo die Stimmung gegen Ende der letzten Periode mehr als angespannt war. Pensl macht das etwa an der stärkeren Einbindung aller Fraktionen fest und erklärt: „Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir können alle miteinander.“

Bieterverfahren bei Gemeindewohnungen bis Mitte 2027

Zuletzt zeigte man das in Form eines Grundsatzbeschlusses zum Teilverkauf der Gemeindewohnungen. Wie berichtet, soll ein Teil der rund 700 Wohnungen der Stadt veräußert werden, die damit erzielten Einnahmen fließen größtenteils in die Sanierung der verbleibenden Wohnungen. Die Stadtregierung spricht dabei von der größten Sanierungsoffensive der Brucker Geschichte.

Bei rund einem Viertel der Brucker Gemeindewohnungen herrscht akuter Sanierungsbedarf
Bei rund einem Viertel der Brucker Gemeindewohnungen herrscht akuter Sanierungsbedarf © Stadt Bruck / Theny

„Wenn man jährlich 500.000 Euro Minus mit Gemeindeeigentum macht, kann man das nur schwer abfedern. Durch den Teilverkauf haben wir eine historische Chance unseren Budgethaushalt massiv zu entlasten“, so Kaltenegger. Von Seiten der Stadt will man das Bieterverfahren bis Mitte 2027 abwickeln. Dieser Zeitpunkt sei jedoch noch von rechtzeitigen Genehmigungen und Entscheidungen des Landes Steiermark abhängig.