Der Tagliamento, auch „König der Alpenflüsse“ genannt, windet sich mit seinen Haupt- und Nebenarmen, Inseln, Auwäldern und Geröllfeldern malerisch durch ein Flussbett, das je nach Abschnitt weit aufgefächert oder schmal gebündelt ist. Von seinem Quellgebiet bis zur Mündung in die Adria folgt ihm ein Radreisepfad, der durch eine wunderschöne Landschaft, historische Städte und nicht zuletzt durch ein vorzügliches Angebot aus Küchen und Weinkellern führt.
Etappe 1: Tolmezzo bis Spilimbergo
Ihren Anfang nimmt die dreitägige Tour in Tolmezzo und führt zunächst durch die idyllischen Berglandschaften von Cavazzo Carnico und Mena Somplago, wo sich das Tal öffnet und der Fluss langsam ins Blickfeld tritt.
Die Strecke verläuft anschließend das rechte Ufer des Tagliamento entlang. Ab Venzone teilt sie sich den Weg mit dem Radweg Pedemontana und führt durch Cornino und Pinzano. Von Valeriano aus geht es bergab in Richtung des ersten Etappenziels, der charmanten Flussstadt Spilimbergo, die mit Burgen, Palästen und Fresken beeindruckt. Spilimbergo ist außerdem Sitz der weltberühmten Mosaikschule Scuola Mosaicisti del Friuli und somit ein perfektes Etappenziel. Hier kann man sich nach einem ausgiebigen Radtag in die Kultur vertiefen und in den Osterien und Trattorien das Beste der friulanischen Küche genießen.
Etappe 2: Spilimbergo nach San Vito al Tagliamento
Mit neuer Kraft in den Beinen geht es, Spilimbergo verlassend, durch das Anbaugebiet der Barbatelle, der jungen Rebstockstecklinge der Weine des Friauls, mit Etappe 2 los. Noch mit dem Klang des städtischen Treibens im Ohr rollt man in die typischen fruchtbaren friulanischen Landschaften, wo Weinberge, Rebflächen und Felder den Weg begleiten.
Die Etappe verläuft größtenteils auf ruhigen Nebenstraßen durch die Landschaft und gibt genug Raum, um sich auf das gemütliche Tempo dieses Radtags einzulassen. Unterwegs taucht Valvasone auf, das zu den schönsten Dörfern Italiens zählt. Es lädt zu einer kurzen Verschnaufpause ein. Danach führt die Route durch eine karge, steinige Ebene.
Zwar wird das Tempo langsamer, dafür eröffnet sich jedoch ein weiter Blick, bis man schließlich den Ort Casarsa della Delizia erreicht. Auf den letzten Kilometern gelangt man nach San Vito al Tagliamento – eine mittelalterliche Ortschaft, die wie ein buntes Mosaik zwischen den Gräben der alten Stadtmauern liegt. Nach einem Tag im Sattel bietet die Stadt einen reichen kulturellen Abschluss für den zweiten Radtag.
Etappe 3: San Vito al Tagliamento nach Lignano
Die letzte Etappe führt von San Vito al Tagliamento das Ufer des Tagliamento entlang und gibt bereits einen Vorgeschmack darauf, wie sich der König der Alpenflüsse schließlich seinen Weg ins Meer bahnt.
Fast durchgehend führt die Route über die Flussdeiche. Es geht über Carbona und San Paolo di Morsano al Tagliamento, vorbei an Mussons und San Michele. In Latisana, einem der aktivsten Zentren der Friauler Tiefebene, bietet sich ein kurzer Stopp an. Die Stadt wurde in der Römerzeit gegründet und verdankt ihre Lage dem Tagliamento, der einst ein wichtiger Transport- und Handelsweg war. Der Ortskern ist geprägt von vielen Sakralbauten und bietet mit dem sogenannten „Septifanium“, einem Ensemble aus sieben Kirchen, einen besonderen kulturellen Höhepunkt.
Danach folgt man weiter dem linken Deich in Richtung Lignano. Über die Litoranea Veneta bei Bevazzana erreicht man auf Radwegen die Flussmündung bei Punta Tagliamento, wo ein schöner Blick auf das Zusammenfließen des Flusses mit der Adria den Abschluss des Radwegs markiert. Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis ins Zentrum von Lignano – und damit zu einem wohlverdienten Aperitivo als feierlichem Ausklang der Tour.