Es ist nicht so, dass Nicolas Kotzmuth exakt mitgezählt hätte. „Aber die genannte Zahl dürfte in etwa schon stimmen“, sagt er. Gemeint sind jene mutmaßlich fast 500 Grundstücke, deren Kauf durch den steirischen Naturschutzbund der Grazer über die vergangenen 15 Jahre rechtlich begleitet hat. Der Notar-Partner in der Kanzlei Fürnschuß, Kinzer & Partner stellte seine Dienste und die seines Teams dafür ehrenamtlich zur Verfügung. Für diese Leistung bekam Kotzmuth nun die höchste Auszeichnung des österreichischen Naturschutzbunds, das Goldene Ehrenzeichen, überreicht.
Seit Jahrzehnten arbeitet der steirische Naturschutzbund (NSB) daran, für den Natur- und Artenschutz wichtige Flächen zu erwerben und so auf Dauer zu bewahren. Mehr als 900 derartige Parzellen besitzt die Non-Profit-Organisation inzwischen, einen guten Teil davon hat Nicolas Kotzmuth rechtlich ins NSB-Eigentum übergeführt. „Unsere Kanzlei betreut den Naturschutzbund seit ihrer Gründung, als ich 2011 eingetreten bin, habe ich diese Aufgabe quasi geerbt“, erzählt der 41-Jährige. Was anfangs aus Pflichtverbundenheit geschah, wuchs dem Grazer rasch ans Herz. „Es fühlt sich schon gut an, einen kleinen Teil zu etwas so Wichtigem beitragen zu dürfen“, sagt er.
Jede Menge Arbeitsstunden für Nicolas Kotzmuth und sein Team
Doch ganz so klein ist dieser Teil eigentlich gar nicht. Für jedes Grundstück gilt es individuelle Kaufverträge aufzusetzen, etwaige behördliche Genehmigungen einzuholen, die Grunderwerbsteuern und den Grundbucheintrag zu regeln und immer wieder auch spezielle Zusatzbedingungen wasserdicht zu machen. „Das funktioniert nicht automatisiert auf Knopfdruck. Pro Kaufvorgang fließen da bestimmt vier bis fünf Arbeitsstunden meines Teams hinein“, sagt Kotzmuth.
Erholung findet der Vater zweier Töchter bei seiner Familie. Und – wenn es die Zeit zulässt – gibt es Ausgleich beim Fußball- oder Paddle-Tennis-Spielen.