Mechatronikerin für E-Mobilität. Pflegefachkraft. Prompt Engineer. Photovoltaik-Techniker. Sozialarbeiter. Tischlerin. Data Scientist.
So unterschiedlich diese Berufe sind, so habe sie doch etwas gemeinsam: Sie alle gelten als Berufe der Zukunft auf einem Arbeitsmarkt, der im Umbruch ist. „Zwei große Entwicklungen befeuern das besonders“, sagt AMS Kärnten-Chef Peter Wedenig. Da wäre zunächst der demografische Wandel: In den kommenden Jahren werden viele Menschen den Kärntner Arbeitsmarkt in Richtung Pension verlassen. Deutlich weniger Junge rücken nach, um diese Lücken zu füllen. Quer durch die Branchen werden Arbeitskräfte fehlen.
Zugleich können Arbeitsplätze zunehmend neu gedacht werden. Hier kommt die zweite große Entwicklung ins Spiel: die fortschreitende Digitalisierung, Automatisierung und der Einsatz von KI – Künstlicher Intelligenz. „Das stellt eine riesige Chance und zugleich Herausforderung dar“, so Wedenig. „Es werden manche Jobs verschwinden, andere werden sich im Berufsprofil verändern und ganz neue Jobs werden entstehen.“ Die wichtigste Reaktion auf diese Entwicklung? „Qualifizierung, Aus- und Weiterbildung basierend auf einem breiten Schulterschluss von Politik, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen, um möglichste alle in unserer Gesellschaft auf dem Weg hin zu einem KI-basierten Arbeitsmarkt mitzunehmen.“
Entlastung durch KI
Eine vom AMS Kärnten beauftragte Forschungsstudie zum Thema KI zeigt, dass trotz verbreiteter Sorgen über Jobverluste, KI grundsätzlich zu einem moderaten Beschäftigungszuwachs führen soll. Der Fokus verschiebt sich von repetitiven Tätigkeiten hin zu komplexeren, kreativen und sozialen Aufgaben. Dabei hat KI das Potenzial zur Entlastung des Fachkräftemangels: Automatisierung etwa setzt Kapazitäten frei und Fachkräfte können sich stärker auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren. Ein anderes Beispiel findet sich in der Pflege: KI-gestützte Pflegeangebote, Pflegedokumentationen oder intelligente Assistenzsysteme sollen nicht die menschliche Pflegekraft und Interaktion ersetzen, sondern im fordernden Arbeitsalltag unterstützen und mehr Zeit für die Pflege am Menschen ermöglichen.
Qualifizierung als Hebel
Das AMS Kärnten setzt heuer 35,4 Millionen ein, um Arbeitsuchende zu qualifizieren. Bis zu 8.400 Personen sollen davon profitieren. Das AMS-Kursprogramm etwa umfasst 375 Kurse in verschiedenen Bereichen: von Bau, Metall/Elektro und Elektronik bis hin zu EDV, Gesundheit und Soziales, Handel, Tourismus und Verwaltung. Digitale Kompetenzen fließen in viele Bereiche ein. Die AMS-BeraterInnen informieren vorgemerkte Arbeitsuchende gerne über etwaige Qualifizierungsmöglichkeiten.
Auch zukünftig zählen Stärken
Darüber hinaus bietet jedes regionale AMS ein BerufsInfoZentrum (BIZ) an. Hier gibt es kompakt an einem Ort alle Infos zu Berufen und Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche wie Erwachsene, für BerufseinsteigerInnen wie -umsteigerInnen. Das Angebot ist breit: Internet-PC und Broschüren zur Recherche, Interessentests, Beratung, Schulklassen-Workshops, VR-Brillen etc. „In persönlichen Berufsberatungen verknüpfen wir die Vielfalt der Berufswelt mit individuellen Stärken, Interessen und Chancen am Arbeitsmarkt“, schildert Kerstin Brenner vom BIZ des AMS Kärnten. „Weil es im Arbeitsleben dann gut funktioniert, wenn Interesse und Beruf zusammenpassen.“
Die BIZ-Angebote sind für alle Interessierten kostenfrei nutzbar, etwa auch für Berufstätige, die über einen Jobwechsel nachdenken. Brenner: „Unser Vorteil ist, dass wir anbieterneutral sind. Darüber hinaus kennen wir aus Daten, unseren Netzwerken und Forschungen die Trends und Nachfrage am Arbeitsmarkt und können so zukunftsorientiert beraten.“ Eine absolute Zukunftsbranche bleibt der Pflege- und Gesundheitsbereich. Aber auch der IT- und Kommunikationssektor sowie Green Jobs bieten viele Chancen. Der Spruch „Handwerk hat goldenen Boden“ bleibt ebenso aufrecht. „Es gibt viele Branchen mit guten Perspektiven. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz durchdringen dabei zunehmend alle Berufsbereiche. Somit rückt der Erwerb entsprechender Skills in den Fokus. Dazu gehören neben KI-bezogenen Handlungskompetenzen unter anderem auch kritisches und analytisches Denken, Lernbereitschaft sowie natürlich soziale und emotionale Kompetenzen.“